Zwei Jungen.Gott gibt, zum König, wen er willDarüber schweig ich gerne still;Uns Laien wundert mehr der Pfaffen Lehre,Was sie gelehrt vor wenig Tagen,Das hört man heut sie anders sagen.O, thut's um Gott und eure eigne EhreUnd sagt uns doch bei Eurer Treue,Mit welcher Lehre wir betrogen,Und welche echt im tiefen Grunde,Die alte Weiſe oder die Neue.Eine iſt doch gewiß gelogen —Welch' Mißgeburt: Zwei Zungen in einem Munde!An den Kaiſer.Bring', Bote, dem Kaiser seines Sängers Rath.Er weiß nicht besser'n als: rasche That,Wenn auch ſonſt keine Hülfe naht.Er eile in's Reich, den Pfaffen zu wehren,Die frevelnd den Frieden des Volkes stören,Die Guten zu warnen, zu belehren,Daß ſie nicht auf die Böſen hören.Und wenn sie sich dennoch nicht trennen von diesen,So muß er Allen die Kirchen verschließen.Wo steht's geschriebenNie lag die Christenheit im Argen so wie heute;Die sie belehren sollten, sind selbst des Bösen Beute,Solch' Sündenleben nimmer ein Laie führen darf,Als jetzt die Pfaffen führen, darum sie Gott verwarf.Sie zeigen zwar zum Himmel, eilen selber zur HöllenpforteUnd sagen: folgt ihr pünktlich nur unserm WorteUnd seht ihr nicht auf uns're Thaten,So ſeid ihr ohne Zweifel wohlberathen.Den Pfaffen ziemt es, daß sie sittlich seienUnd keuschern Wandels noch als LaienIn welchen Büchern steh'ts zum lesen oder singen,Daß schöne Weiber sie fangen in ihren Schlingen?Der Papſt lachet (1212).(Otto IV. und Friedrich II.)Li! wie christlich der Papst in's Fäustchen lacht,Wenn den Wälschen er sagt, wie er's fertig gebracht.(Was er sagt, hätt' er besser nie erdacht!)„Er sagt“: Zwei Deutschen krönt' ich zugleich,Auf daß sie den Frieden stören im Reich.Unterdessen sie das Reich verheeren,Gelingt es, unſ're Schätze zu mehren.Am Kirchenstock seh ich, ihr Gut ist mein,Deutsches Silber strömet in welschen Schrein.Ihr Pfaffen, schmauſ't Hühnerbraten, trinkt Wein,Und laßt die dummen Deutschen fasten und entbehren.
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