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Ueber den Gebrauch des Christenblutes bei den Juden
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Mädchen so lange den Hals zuhielt, bis sie braunroth geworden und bei-nahe erstickt wären.Es war indeß zu bewundern und kann gewiß nur der würdigenHaltung der Justizbeamten zugeschrieben werden, daß die christliche Be-völkerung ob solcher Mähr von einer durch den Sohn Israels veran-laßt sein sollenden Mordthat nicht in die entsetzlichste Raserei aus-brach; herrscht doch heute noch immer die seit undenklichen Zeiten vorge-faßte Meinung, daß die Juden zu gewissen Zeiten und GelegenheitenChristenblut gebrauchten. Dieser Glaube hat ja unzählige blutige Verfol-gungen gegen das Volk der Verheißung in Scene gesetzt, wovon vieleselbst diesem Jahrhundert angehören: So fand man z. B. in der Nachtvom 13. auf den 14. Juli 1834 zu Neuhofen bei Grevenbroich im Re-gierungsbezirk Düsseldorf einen sechsjährigen Knaben grausam ermordet.Da es nicht gelang den Thäter zu ermitteln, so weckten fanatische Schul-meister und übelgesinnte Pfaffen den Verdacht gegen die Juden, indemjene abscheulichen Menschen aus ihren verlogenen mittelalterlichen Chro-niken nachzuweisen suchten, wie die Bekenner der mosaischen Religionhäufig Kinder getödtet, weil ſie zu gewiſſen Culthandlungen gemäßder Vorschrift ihres Talmud des Christenblutes bedürften. Ja, einPastor (von Bilk) hatte sogar die Frechheit, in einer darauf bezüglichenBrochüre zu sagen, daß der im Volke aufgestiegene Gedanke: die Judenmöchten die Urheber der Mordthat sein,dem christlichen Zartgefühlenoch zu verzeihen sein möchte. Wie kann man unter sothanen Ver-hältnissen sich erstaunen, wenn der bigotte, aller Ueberlegung baare, vonjeder Verbrechensschen entfesselte Bauernhaufe nicht nur die Wohnungdes benachbarten Juden, sondern auch die Häuser und Gärten seiner inmittelbarer Nähe wohnenden Glaubensgenossen, ja selbst das Haus Je-hovahs, die Synagoge, mit Ungestüm zerstörte. Noch leben Zeugennicht nur dieser sondern auch tausend ähnlicher Barbareien. Wie selbstin unserer Stadt, die ihre Thore dem Fortschritte weit geöffnet hält, nochneulich ein Stück Mittelalter spielte, indem ein etwas orientalisch aus-sehender Ackersmann von einer Frau halb todtgeschlagen wurde, weildas Herz ihr sagte, daß jener in seinem Quersacke geraubte Christenkin-der trage, deren Aermchen und Beinchen sie ganz deutlich herauszufühlenglaubte, obgleich sich später herausstellte, daß es nur Runkelrüben waren, dies haben wir, wie uns erinnerlich ist, schon zu wiederholten Ma-len unsern Lesern in's Gedächtniß zurückgerufen.