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Das Märchen vom Fuchs und vom Wolfe : aus niederrheinischer Mundart in die Schriftsprache
Entstehung
Seite
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All der Gesang und hatt' gefressenSo viel, daß er in enger LukeFest stecken blieb trotz allem DruckeWie er auch zappelt' da und keuchteDie Vorderhälfte kaum erreichteDie freie Luft mit aller Noth.Drauf! schrie es hinter ihm:schlagt todt!1240. Den halben Wolf wehrlos da drinnenDie Männer durchzuhau'n beginnen,Er brüllt und heult auf jeden Hieb,Sein Blut schon zu dem Weine trieb.Da lacht der Fuchs aus sich'rer Stätte:Er ſingt die eigne TodtenmetteHier, deutsches Volk, hast du ein BildDavon, was sich dereinst erfüllt,Wenn mit der tollen HetzereiFortwühlen wird die Klerisei1250. Dein Wolf, die rohe blinde Kraft,Soll Freiheit, deutſche WiſſenſchaftUnd unser deutsches Reich zerstören:Doch wer dazu sich läßt bethören,Dem geht's, wie wir vom Wolfe hören,Indeß der Fuchs, der's angeſponnen,Mit heiler Haut ſtraflos entronnenDas Volk jedoch mit Schimpf und SchadenSich, wie's so oft gethan, beladen.Auch muß es so den Wölfen gehn,1260. Die wir in Priesterkleidern sehnUnd ſchnöder Politik nur dienen:Daß diese wird verleidet ihnenUud wie das Sprichwort geht im Schalle:Der Hochmuth kommt stets vor dem Falle.Der Herr räth auf der Hut zu seinVor Wölfen, die sich Hirten nennenLehrt an den Früchten sie erkennenDie gleißen in dem Heil'genschein.Drum, liebe Leut', braucht den Verstand1270. Die Augen auf mit Herz und Hand!Gott hat zum Sehen beid' gegebenNicht sie mit Kleister zuzukleben.Der Herr wird nur dadurch verehrt,Daß man befolgt, was er gelehrt.a