Druckschrift 
Das Märchen vom Fuchs und vom Wolfe : aus niederrheinischer Mundart in die Schriftsprache
Entstehung
Seite
26
Einzelbild herunterladen
 

26Sind sie doch Nothwendigkeit;Wenigſtens hört man die HerrenUnaufhörlich davon plärren.940.Haben denn die HerrenhuterLacht der Fuchs:so stolze PuteiVon Kaplänen? Geht zur BeichtDenn der Protestant vielleicht?Hält doch meistens der HebräerAn der Sittlichkeit viel zäherAls der Katholik und hatKeinen Klerus mit der Platt.Schau! ſie haben alle dreiNicht die theure Klerisei950. Und sind doch kein Härchen schlechterAls die Vaterlandsverächter,Die dem gläub'gen Volke ebenIn der UnvertraglichkeitGeiz und Hochmuth, Rach' und NeidStets das beſte Beiſpiel geben.Jede Thierart kann verzeih'n,Doch ein Pfaffe nein! nein! nein!Doch es stimmen Pfaff und PriesterUeberein wie Tag und Düster.960. Brüderlich in der KasernWohnen Krieger oft an TausendDoch nicht zwei geistliche HerrnFindet man zusammen hausend,Denn Pastor, Vikar, KaplanJeder will ein Wohnhaus haben,D'rin ein Dutzend wohnen kannSolcher weiberloser Knaben.Doch die Kosten? Einerlei!Wär's auch mehr zu Dutzend Malen970. Nimmer braucht die KleriseiEinen Pfenning d'ran zu zahlenUnd für's Dörfchen welche StaatEine schöne Pastorat!Ja der Klerus koſtet mehrManchem Land als Flott und HeerMehr als alle andern Steuern,Die das Leben so vertheuern.Daß es, wie es alſo ſteht,Nur um Macht und Einfluß geht980. Und nicht um Moralität,Zeigt sich: daß ein frommer Mann,Der nicht Alles glauben kann,Stracks verfällt dem Kirchenbann.Doch die schlimmsten BösewichterVom verworfensten GelichterStets die auserwählten, lieben