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"Wenn nun Mosellan, wie oben bewiesen ist, beinahe ein Trien-nium in Köln zugebracht hat, so erhebt sich die Frage, wesshalb erdaselbst das übliche Magisterexamen, welches gewöhnlich zwei Jahrespäter bestanden wurde, nicht gemacht hat. Vielleicht hat er nachdem Baccalaureatsexamen die Burse verlassen, um sich unter Cäsariusmit desto grösserem Fleiss den griechischen Studien zuzuwenden. Viel-leicht war auch die Genossenschaft mit den jungen Gelehrten aus SachsenCaspar Borner 1 ) und Otto von Pack 2 ) und mit dem BreslauerJohann Metzler Veranlassung, dass Mosellan ein freieres Ver-hältniss des Studiums vorzog, als in dem klösterlichen Leben derBurse möglich war. Denn es ist auffallend, dass die drei genanntenjungen Männer, welche unzweifelhaft in Köln studirt haben, nicht inder Universitätsmatrikel verzeichnet stehen. Auch bei dem KölnerJacob Sobius, mit dem Mosellan in inniger Verbindung stand,findet dasselbe Verhältniss statt, denn Sobius ist schon am 10. Juni1508 in der Kölner Matrikel verzeichnet, und hat erst 1516 nachseiner Rückkehr aus Sachsen in Köln magistrirt.
Es scheint also, dass eine freiere Genossenschaft unter diesenstrebsamen Jünglingen stattgefunden hat, womit auch stimmt, dassMosellan schon in Köln Unterricht in der griechischen Sprache er-theilt hat.
Unzweifelhaft hat auch das Auftreten des berühmten Aesti-campian zu Köln auf die Jünglinge gewirkt. Es ist oben diemerkwürdige bisher unbekannte Urkunde beigebracht (Seite 137),nach welcher Aesticampian im Jahre 1513 in Köln öffentliche Vor-lesungen über Augustin ankündigte, deren Haltung aber nicht gestattetwurde. Vielleicht hat er, wie Cäsarius und Crocus, Privatvorlesungen
J ) Casper Borner de Hainis Merseb. dioec. hatte die Baecalaureatswürdezu Leipzig schon im Jahre 1509 erhalten.
2 Otto von Paok, aus ansehnlichem Gesohlecht, gehört ebenso wieBorner und Mosellan zu den Restauratoren der Universität Leipzig.Vergl. CaBp. Cruciger an Steph. Roth bei (Weiler) Altes u. s. w. II, 497:Si quis est, qui gymnasium hoc tueatur ac conservet, is est P. Mosel-lanus, qui in hoc non parum auxilii habet ab homine quondam nataliumsplendore olaro, sed literis clariore, Othone de Pack, qui duo strenuamoperam oollocant literis bonis in suum florem restituendis. Mosellanushie quidem pro viribus graecarum et latinarum studia erigifc, OthoJurisoonsultorum literas pro viribus docet. Diesem Otho von Pack istauch die Rede zugeeignet, welche Mosellan zur Eröffnung der berühmtenLeipziger Disputation gehalten hat.