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Briefe und Documente aus der Zeit der Reformation im 16. Jahrhundert : nebst Mitteilungen über Kölnische Gelehrte und Studien im 13. und 16. Jahrhundert bei Gelegenheit des 50jährigen Stiftungsfestes des Friedrich-Wilhelms-Gymnasiums zu Köln
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strationeuietphilosophiaosibianteaocelusaeapertionemempfangen habe. x )

Seitdem wird die Sage von seiner früheren Unfähigkeit immerweiter ausgeschmückt. — Immer klarer tritt der leitende Gedankehervor: all seine Wissenschaft soll er göttlicher Erleuchtung ursprüng-lich verdanken und zuletzt soll er von allen weltlichen Schlacken,die sich angesetzt haben, gereinigt werden.

Dem zweiten Kreise von Sagen gehört auch die an, dass AlbertusM. der Urheber des Planes des Kölner Domes gewesen sein soll, derihm in einer Vision durch die heilige Jungfrau mitgetheilt worden.— Schnaase 2 ) hat sich in seiner eingehenden Darstellung der Ge-schichte des Kölner Domes die Sache viel zu leicht gemacht, wenner behauptet, dass .alle Gründe zur Betheiligung des Albertus amPlane des Doms wegfallen. Es fehlen leider die Quellen, aus denenwir positiv geschichtlich nachweisen können, welchen Antheil der inphysikalischen und mathematischen Kenntnissen so hervorragendeGelehrte an jenem Werke gehabt hat. Desshalb ist es auch nichtmöglich aufzudecken, wo das Sagenhafte sich hier angesetzt und wiees sich später allmählich weiter entwickelt hat.

Trotzdem dass die Sage in dem zweiten bezeichneten Kreise sichbemüht hat, Albertus von aller Befleckung mit weltlicher Wissenschaftzu reinigen und ihn als den kirchlichen Theologen zu verherrlichen,hat die Kirche ihn nicht neben seinem grossen Schüler dem heiligenThomas canonisirt. Der dunkle Schlagschatten, den die Sagen desersten Kreises um sein Haupt herumgelegt hatten, wollte dem Heiligen-schein nicht weichen. Und doch halten wir Albertus, den Grossen,für grösser als Thomas von Aquin. Mag dieser seinen Lehrer alsTheologe im systematischen Aufbau und der Speculation übertreffenund so den Höhepunkt der scholastischen Theologie bezeichnen, sosteht er darin hinter Albertus zurück, dass er die Naturforschungnicht fortgeführt und gerade dadurch den Verfall der Scholastikherbeigeführt hat.

i) 1. c. p. 170.

6 ) Dr. C. Schnaase Gesch. clor bildenden Künste im Mittelalter III. BandS. 534.