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Briefe und Documente aus der Zeit der Reformation im 16. Jahrhundert : nebst Mitteilungen über Kölnische Gelehrte und Studien im 13. und 16. Jahrhundert bei Gelegenheit des 50jährigen Stiftungsfestes des Friedrich-Wilhelms-Gymnasiums zu Köln
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telam linteam, quam cupit te boni consulere velle, animumque potiusbene tibi cupientem, quam munusculi exiguitatem aestimare iubet.Quod scribis de novo hereditario foedere, gaudeo quidem precorquedeum, dignetur illud ad ecclesiae suae conservationem et tuendaeverae doctrinae fortunare. Animadverte (?) Caesarianos et Gallilegatos in sarcienda pace re infecta divulsos, neque Polum Cardinalemquicquam perfecisse. Martinus Rossemius, iam designatus supremusCaesarii exercitus Dux, diem obiit. Nobis natum esse iuniorem Prin-cipem Carolum Fridericum circa 28 April, mane Sole Oriente, te arbitrorcognovisse. Deus opt. max. dignetur suam gratiam largiri, ut in piumprincipem adolescat. De Angliae quoque novo rege nato circa idemtempus nuncius afferebatur, seis iam famam (?) audio mutari. Deussit tecum et Valeto. Datum 22 Junii.

Conr. Heresb. Dr.

Dieser schöne Brief ist das einzige Ueberbleibsel von den BriefenHeresbächs an Melanthon, welches wir kennen, und gibt Zeugniss vonder innigen Verbindung, in welcher Melanthon mit Heresbach stand.Wir erfahren, dass der Erstere der Gattin des Heresbach ein zumTheil eigenhändig geschriebenes Gebetbuch geschenkt hatte, wofürdem Reformator eine weibliche Arbeit als Gegengabe übersandt wird.

Der Brief Melanthons an Heresbach, welcher sich im Corp. RefIII, 556 als im Jahre 1538 geschrieben findet, ist offenbar (wie auchDr. Wolters richtig gesehen hat, Conrad v. Heresb. S. 56) aus demobigen Jahr 1555, weil die Geburt des jülichschen Prinzen CarlFriedrich erwähnt wird, welche am 28. April 1555 stattfand.

Obgleich der im Corp. Ref. III, 556 enthaltene Brief Melanthonsan Heresbach 4 Wochen später geschrieben ist, und ähnliche An-gelegenheiten berührt wie der obige Brief von Heresbach, so ist erdoch kein Antwortschreiben, schon aus dem Grunde, weil auch fürdas Geschenk kein Dank ausgesprochen wird. Die Schrift vonHeresbach, welche in beiden Briefen erwähnt wird, ist das Manuscriptdes Buches von Heresbach: De educandis prineipum liberis (erst1570, wie es scheint, zuerst gedruckt Wolters 1. c. 238); die glänzen-den Hoffnungen, die sich an die Geburt des Prinzen Carl Friedrichknüpften, erfüllten sich nicht. Er empfing am Hofe seines VatersWilhelm ebenso wie seine Schwestern entschieden evangelische Ein-drücke. Bei der jesuitisch-spanischen Reaction (um das Jahr 1570)am clevischen Hofe fand man daher das Verbleiben des Erbprinzen in