Druckschrift 
Briefe und Documente aus der Zeit der Reformation im 16. Jahrhundert : nebst Mitteilungen über Kölnische Gelehrte und Studien im 13. und 16. Jahrhundert bei Gelegenheit des 50jährigen Stiftungsfestes des Friedrich-Wilhelms-Gymnasiums zu Köln
Entstehung
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I.

Melantlions Thesen zur Erlangung des theologischen

Baccalaureats zu Wittenberg

vom 9. September 1519.

(Aus einer in der Königl. Bibliothek zu Berlin befindlichen alten Abschriftdes ursprünglichen Drucks.)

Die folgenden Thesen oder nach der damaligen Bezeichnung Posi-tionen schienen grösstentheils untergegangen zu sein. Der Geschichts-schreiber der deutschen Reformation Ranke schrieb in seinemWerke (Deutsche Geschichte im Zeitalter der Reformation I, 419):Hatte Luther practische, so hatte Melanthon wissenschaftliche Ent-schlossenheit. Noch im September 1519 stellte er Streitsätzc auf, inwelchen er die beiden wichtigsten Grundsätze des ganzen Systemsvon der Transsubstantiation und dem Charakter (dem Characterindelebjlis), auf denen das Mysterium der erscheinenden Kirche, sowieder das Leben beherrschende sacramentale Ritus beruhte, zu bekämpfenwagte. Unglücklicherweise sind diese Sätze, die ein Hauptmomentfür die Bildung des protestantischen Lehrbegriffs bilden, nicht mehraufzufinden". (Andere Klagen über den Untergang der Thesen, z. B.bei Förstemann im C. Ref. I, 125, bei C. Schmidt in Melan-thons Leben S. 44, und bei Schneider, Melantlions Promotion zumBaccalaurcus d. Theologie 1860.)

Ueber die Wiederauffindung dieser vermissten Thesen kann jetztnicht der geringste Zweifel mehr obwalten.

Nach dem von Förstemann herausgegebenen Liber decanorumfacultatis Theologicae Acad. Viteberg. Lips. 1838. S. 23, erwarb sichMelanthon im September 1519 unter dem Dekan der theol. FacultätPeter Fontanus, einem Franziskaner, den untersten akademisch-theologischen Grad, nämlich den des baccalaureus theologiae biblicus.Der liber decanorum enthält darüber Folgendes: Anno restitute salutis

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