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Ut oler Welt : Volksmärchen, Sagen, Volkslieder u. Reime
Entstehung
Seite
150
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Ich sollte sie nicht verlassen

Ach ja in keiner Noth

Ich sollte sie treulich lieben bis in den Tod.

Seht an mein bleiches Angesicht,

Wie mich die Liebe hat zugericht?

Kein Feuer auf der Erden,

Das brennt ja nicht so heiß,

Als die verborgene Liebe

Die ich und mein Schatz weiß.

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Als Christus der Herr in Garten sing,

Und ihm sein Leiden bald anfing,

Da trauerte Laub und grünes Gras,

Weil Judas seiner ganz vergaß.

Da kamen die falschen Juden gegangen,

Sie hatten Jesum im Garten gefangen,

Sie hatten ihn gegeißelt und gekrönt,

Sein heiliges Haupt ward sehr verhöhnt.

Da kamen die falschen Juden zum Zorn

Und schlugen Jesum mit scharfen Dorn,

Sie schlugen ihm in einer Stunden

Wohl mehr denn tausend tiefe Wunden.

Sie führten ihn ins Richterhaus,

Mit scharfen Striemen wieder aus,

Sie hingen ihn an ein hohes Kreuz.

Maria beweinte dieses Leid,

Maria hört ein Hämmerlein klingen.

O weh! O weh! mein liebes Kind!

O weh! O weh! meines Herzens Trost!

Mein Kind muß ich verlassen bloß.

Maria kam unter das Kreuz gegangen

Und sah ihr liebes Kindelein hangen

An einem Kreuz, war ihr nicht lieb,

Maria war ihr Herze betrübt.

»Johannes, lieber Jünger mein,

Laß dir meine Mutter befohlen sein,

Nimm sie zu der Händen,

Führe sie von dannen,

Daß sie nicht schaue meine Marter an.«

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