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Ut oler Welt : Volksmärchen, Sagen, Volkslieder u. Reime
Entstehung
Seite
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Zur Zeit, da die preußischen Reuter in Wiederwahl sich aufhielten, lagein Offizier in einem Hause in Quartier, der hatte allerlei Bücher. EinesTages ging er zu einem Offizier zum Kartenspielen aus. Da kriegte der Sohnvom Hause sich eins von den Büchern und fing an zu lesen. Da kamen Ge-spenster herein und stellten sich in einer Reihe auf. Der Junge war ganzin das Buch vertieft und merkte nichts. Wie er weiter las, kamen immermehr, bis die Stube von den gräsigen Gestalten ganz voll gepfropft war. Dasah es der Junge und sprang noch mit genauer Notli aus dem Fenster und sagtees dem Bedienten des Offiziers; der lief schnell zu seinem Herrn und erzähltees ihm. Da kam der Offizier gleich angelaufen; er las in dem Buche rück-wärts, da verschwanden die Geister. Dem Jungen aber sagte er, das sollteer nicht wieder probieren, sonst könnte es ihm schlecht ergehen.

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Einem Bauern gingen immer die Schweine todt, den Tag vorher, wenner sie schlachten wollte. Er ging zum Schinder, den um Rath zu fragen,und der sagte ihm : er sollte die todten Schweine im Garten an die Heckelegen und aufpassen, wer dann käme. Der Bauer that, wie ihm gesagt war.Da kam die Nachbarin und holte das Schwein weg. — Am andern Tageging der Bauer zu ihr hin und wollte von ihr das Hexen lernen, um zusehen, ob sie eine Hexe wäre. Die Alte sagte, das könnte sie nicht, und ersollte sich doch ums Himmelswillen mit so was ja nicht abgeben. Doch zuletzt,da er schon fortgehen wollte, rief sie ihn wieder zurück, und er mußte mitihr in die Kammer kommen und sollte sagen: »Eck denk an 'n pott un seh . . .in gott.« Der Bauer aber sagte: »Eck seh ... in 'n pott un denk an gott.«Danach sprach er: »Ja, warte, du alte Hexe, jetzt geh ich zum Gericht undverklage dich.« Das that er, und die Hexe wurde weg geholt. — Als siezur Probe schwimmen sollte und ins Wasser geworfen wurde, rief sie denTeufel, der hatte ihr versprochen, ihr eine Eisenstange zu bringen, damit sieunterginge. Aber da kam ein Rabe geflogen und brachte ihr eine Nähnadel.Die sollte ihr wohl was helfen! und richtig schwamm sie oben. — DerBauer war auch festgesetzt, bis sich zeigte, ob seine Anklage nicht falschgewesen war. Der Henker hatte ihm versprochen, mit dem Hute zu winken,wenn die Sache für ihn günstig abgelaufen wäre. Als nun die Hexe obenschwamm und wieder zurück gebracht wurde, winkte der Henker mit demHute; das sah der Bauer durch das Gefängnißgitter, und er rief der Hexe zu:»Nun, Anneke, wie gefiel dir das Bad?« Für das Spottwort mußte er nochsechs Wochen sitzen; die Hexe aber wurde verbrannt.

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