Druckschrift 
Die Kapelle 'Klein-Jerusalem' bei Neersen
Entstehung
Seite
4
Einzelbild herunterladen
 

4ben waren. Zuerst Knecht auf einem Bauernhofe,trat er später in die kaiserliche Armee ein und hatsich durch seine Tapferkeit und sein Feldherrntalentso sehr ausgezeichnet, daß er vom Kaiser zum Generalder ganzen kaiserlichen Reiterei ernannt wurde.Bei diesem kaiserlichen Generale fand Vinhoven gütigeAufnahme; er legte seine Pfarrstelle nieder und wardFeldkaplan und Sekretär des Generals Johann vonWerth, und begleitete ihn auf seinen Kriegszügen.Während er in Anrath war und auch später leistete erder Familie von Frenz viele Dienste, wofür ihm dieseein Kapital von circa 1500 Reichsthalern gutschrieb,welches er in seinem Testamente der Kapelle ver-macht hat.Die Wirksamkeit Vinhoven's als Feldkaplan, Feld-prediger und Beichtvater bei der kaiserlichen Armeewar gewiß eine vielseitige und segensreiche. Inseinem priesterlichen Seeleneifer und seiner großenFrömmigkeit und Gelehrsamkeit hat er gewiß vielGutes bei den kaiserlichen Reiterschaaren gewirkt, undbei dem biederen, religiösen Sinne des tüchtigen Ge-nerals, der den frommen Priester liebgewonnen hatteund hochschätzte, läßt sich leicht erklären, wie großſein Einfluß auf die Soldaten geweſen ſein wird, diedurch das beständige Kriegsleben den größten Gefah-ren für ihr Seelenheil ausgesetzt waren. Ungefähracht Jahre, von 16421650, hat Vinhoven sein Amtals Feldkaplan mit großem Eifer versehen. Als aberim Jahre 1648 der westfälische Friede dem 30jähri-gen Kriege zum größten Theile ein Ende gemacht hatte,da erwachte in Vinhoven von Neuem der Wunsch,das vielgeliebte heilige Land noch einmal zu besuchen,wahrscheinlich, um sich auch genaue Pläne und Zeich-nungen für die zu erbauende Kapelle dort zu machen.Wie gern der General von Werth ihn auch bei sichbehalten hätte, so wollte er doch einem so edelen und