3dort an der damaligen Universität noch weiter in derTheologie auszubilden. Wahrscheinlich hat er sichdort auch den Titel eines Doktors der Theologie er-worben. Während dieser Zeit ließ er sein Amt inOsterath durch den Priester Gottfried Wimmer ver-sehen. — Die Zeitumstände waren damals traurigerArt, denn es wüthete in unseren deutschen Landen der30jährige Krieg, von dem auch unsere Gegend Vieleszu leiden hatte. In Neuß hatte sich der hessischeHauptmann Rabenhaupt festgesetzt, und von dort ausmachten die hessischen Truppen verschiedene Streifzügein die umliegenden Ortschaften. In Osterath müssendieselben furchtbar gehaust haben. Als Anführer die-ser hessisch=weimar'schen Truppe, die in Osterath plünderte, wird Graf Eberstein genannt. Auch Neersen,Liedberg, Neuwerk und Millendonk wurden zu derZeit von hessischen Truppen besetzt. Als aber Johannvon Werth am 26. Septbr. 1642 das Schloß Liedbergerobert und die Hessen verjagt hatte, mußten sie all-mälig auch diese Orte verlassen und abziehen. Vor dengrausamen Gewaltthätigkeiten der hessischen Soldatensah Vinhoven sich genöthigt, die Flucht zu ergreifen.Man erzählt, er habe sich zuerst in den Kirchthurmgeflüchtet und sich dann, als die Soldaten in die Kircheeindrangen, an dem Glockenseile durch das Thurm-fenster in den anstoßenden Garten herabgelassen, undsei so glücklich entkommen. In dieser Lebensgefahr,sagt man, habe er auch das Gelübde gethan, eineKapelle zu erbauen. Die hessischen Soldaten stecktendie Kirche von Osterath in Brand. Vinhoven flüch-tete sich nach Anrath und kam dort zu dem berühm-ten General Johann von Werth, zu welchem er fort-an in ein näheres Verhältniß trat. Dieser berühmteGeneral des Kaisers im 30jährigen Kriege war zuBüttgen geboren von verarmten adeligen Eltern, dieaus den Niederlanden durch die Reformation vertrie-
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