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gangen der Welt, der Menschheit und des eigenen Berufes vor-handen. Das erhält die Selbstzucht, die Selbstachtung, da ver-fällt der Wandernde nicht so leicht dem Ungeziefer und den an-steckenden Krankheiten. Er selbst kämpft kräftiger gegen dieseDinge an, als dort, wo er von vorherein als minderwertiger, derLeitung Bedürftiger behandelt, ja, dazu herabgewürdigt wird. Indiesen Herbergen ist denn auch die Lektüre eine andere, wie sieeben dem Geschmack, dem Wissen und den Interessen des Wan-derers mehr entspricht. Einige bessere illustrierte Zeitschriften,Arbeiterblätter und Gewerkschaftszeitungen unterrichten ihn überalles, was ihn angeht. Es vergeht nicht ein Tag, an dem ernichts Neues aus seinem Beruf erfährt.
So ist es aber nicht in allen Herbergen, denen die Gewerk-schaften ibre Mitglieder zuweisen. Wo eben keine Herberge wiedie eben geschilderte besteht, wo auch keine Herberge zur Hei-mat vorhanden ist, da müssen die Gewerkschaften notgedrungenihre Mitglieder in die alten freien Herbergen schicken, wie sie invielen Kleinstädten, in Industriegegenden, den Vororten der•Grossstädte und auch in manchen Grossstädten noch leben. Essind meist Gasthöfe, die in irgend welchen Hintergebäuden einigeRäume für Wanderer eingerichtet haben. Gewöhnlich sind imErdgeschoss die Warteräume, in denen sich die Handwerksbur-schen den Tag über aufhalten. In den Giebelstuben stehenmehrere Reihen Betten, für deren Benutzung gewöhnlich 25—30Pfennige zu zahlen sind. Wer das nicht erschwingen kann, mussim Warteraum 5 oder 10 Pfennige zahlen. Die Betten sind jawohl manchmal sauber und den Gebräuchen des Volkes wohlauch mehr angepasst, als manche Schlafgelegenheiten der Her-bergen zur Heimat. Aber diese Warteräume! Sie unterscheidensich durch nichts von denen vieler Landpennen. Da hat sichnoch ein Rest, ein allzu ansehnlicher Rest vergangener Zeiten■erhalten. Nasse Kleider und übelriechende Strümpfe hängen amheissen Ofen. Die Schnarchenden hauchen aus weitgeöffnetemMunde eklen Schnapsgeruch. Auf dem flachen Lande, in klei-neren Städten, in den früheren polnischen Landesteilen und demsogenannten Ostelbieri gibt es viele solcher Herbergen, mehr alsim kultivierten Westen. Häufig haben die überhaupt keine Betten.Die jüdischen Gastwirte, von denen sie manchmal unterhaltenwerden, sind zugleich auch Trödler, die mit dem armseligen Kramund Tand der Handwerksburschen handeln und die den Wan-derern ein Lager im Stroh einer Stallecke oder auf den Bänken