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bestimmten Kreis von Personen, die immer wieder zum Aufenthaltin diesen Anstalten verurteilt werden. Freiwillig geht fast niemandhinein. Und mit der periodischen Wanderarmut, die durch Ar-beitslosigkeit und Krisen hervorgerufen wird, ist man auf diese"Weise auch noch nicht fertig geworden. Die Quellen der Wan-derarmut hat man nicht verstopft und hat so immer einen wan-dernden Bettlerstamm.
In Oesterreich war es Niederösterreich, das 188 1 die Stationen,und zwar 146, einrichtete, von denen jetzt noch 129 bestehen.In ihnen soll den Wanderern Strohsack, Kopfkissen, wollene Deckegeliefert werden und mittags und abends je 1 1 Gemüse und250 g Brot und morgens '/ 2 1 Gemüse und 250 g Brot. Im übrigenist ihre Art denen der deutschen Verpflegstationen gleich. Siesind auch nur in den überwiegend deutschen Landesteilen Oester-reichs verbreitet, in Oberösterreich, Steiermark, Schlesien, Mähren.Böhmen und Vorarlberg. In Niederösterreich betrugen die Gesamt-kosten 1899 = 280 920,63 Kr. Davon trug das Land 70 955 Kr., dasandere wurde durch Umlagen gedeckt. Auch hier ist das Bettlerwesennoch nicht beseitigt. Bei Arbeitskrisen treten stets Zunahmen ein.
In Frankreich ist das Unterstützungswesen noch nicht ein-heitlich geregelt. Doch gibt es in vielen grösseren Städten Ar-beitsstätten, die häufig von Pfarrern verwaltet und von Privat-leuten unterhalten werden. Meist wird Wanderarmen von Privat-leuten ein Gutschein auf Essen, Nachtlager und Arbeit gegeben.
In welcher Linie eigentlich das Unterstützungswesen auszu-bauen ist, wie ihm jeder schlechte Geruch genommen wird, zeigtdas Unterstützungswesen, das sich die Arbeiterschaft selbst ge-schaffen hat. Da ist besonders der Verband der Buchdrucker zunennen. Er hat folgende Regeln für seine Reiseunterstützungaufgestellt: Verbandsmitglieder, die mindestens sechs Wochenkonditioniert und Beiträge zu den Kassen des Verbandes ent-richtet haben, erhalten, wenn .sie sich innerhalb Deutschlandsauf der Reise befinden, um Arbeit zu suchen, eine Reiseunter-stützung von 1 Mk. pro Tag auf die Dauer von 280 Tagen. —Solche Verbandsmitglieder, die mindestens 75 Wochen konditioniertund Beiträge geleistet haben, erhalten eine Reiseunterstützungvon 1,25 Mk. pro Tag. Die Dauer beträgt hier ebenfalls 280Tage.
Bis zum Ende des Jahres 1900 zahlten die Buchdrucker anReiseunterstützung 2 415 678 Mk. aus. Die Buchdrucker, die zu-erst das Unterstützungs- und Hilfswesen ausgebaut haben, fandenbald Nachfolger. Im Jahre 1877 gaben von 30 Gewerkschaften17 Reiseunterstützung, im Jahre 1894 jedoch von 50 Gewerk-schaften bereits 37. Und heute geben fast alle Gewerkschaftenihren wandernden Mitgliedern derartige Roisemittel. Wie auchhier die Leistungen durchaus verschieden sind, zeigt, dass 1902pro Mitglied an Reiseunterstützung aufwendeten die: