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Unsere armen Wandernden und wie sie unterstützt werden
Entstehung
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von Kommunen 452, von Vereinen 171, von Kommunen und Kreisenzusammen 29, durch freiwillige Beiträge 25 und von Kreisen undKreissynoden 3. Für Verpflegung und Nachtquartier hatten 1336Stationen pro Mann und Tag 4057 Pfg. ausgegeben. Wennnun auch einige Kreise weniger, andere mehr ausgaben, so mussman doch sagen: Das ist ein Existenzminimum, wie es selbstdem mutwilligen Wanderer nicht geboten werden sollte. Undmeist wurde dem wandernden Arbeiter in den Verpflegstationenso Minderwertiges und Unzureichendes geboten, dass die Ab-neigung der arbeitenden Bevölkerung gegen diese Einrichtungwohl zu verstehen ist. Das Stationswesen war durchaus nichteinheitlich geregelt, wie folgende statistische Aufnahme zeigt. Derpreussische Staat zählte 1888, Berlin als einen Stadtkreis mit-eingerechnet, 535 Stadt- und Landkreise. 320 dieser Kreise hattenVerpflegungsstationen. 125 Stationen befanden sich in Herbergenzur Heimat, 388 in Gasthäusern, 378 in anderen Räumen. MitArbeitsnachweisen waren nur 503 Stationen verbunden, 323 er-mangelten dieser Notwendigkeit und nur 645 forcierten eine Ar-beitsleistung.

Diese Arbeitsforderung war eine bösartige Sache. Es kam %vor, dass ein Wanderer auf der einen Station Holz hackte, aufder nächsten Steine klopfte, auf der dritten Dünger umsetzte, aufder vierten Strassen kehrte u. s. w. Den Angehörigen der besserenHandwerke, der feineren Industrieen und des Kaufmannsstandeswurde durch solche Tätigkeit die Fähigkeit genommen, sobaldwie möglich wieder in ihrem Beruf sich zu beschäftigen. JeneBerufe, die eine weiche, ausgebildete Hand gebrauchen, sind abergar nicht so seltene Gäste der Stationen. Nach einer Statistik,die für den Zeitraum eines Jahres von den Stationen des KreisesUelzen auf Veranlassung des jetzigen Geh. Oberregierungsrats vonMassow aufgenommen worden ist, kann man wohl sagen, dassetwa V3 aller Stationsgäste den Berufen zuzurechnen ist, die einefeinere Hand gebrauchen.

Dann aber ward das, was den Wanderern in den Stationengeboten wurde, so wenig eine wirkliche Verpflegung, dass es nichtimmer den Namen einer Unterstützung verdiente. In den meistenStationen mussten die Gäste auf Holzpritschen, auf dem Fussbodenoder auf einer Streu im Stalle schlafen. Nur in den wenigstenwurde ein einigermassen ausreichendes Essen geliefert, fast nieaber mehr, als abends und morgens eine Suppe mit Brot. Ein-zelne Stationen, ja, einzelne Verbände leisteten wohl mehr undwohl sogar Mustergültiges. Doch war die Sache so wenig sym-pathisch, dass das preussische Abgeordnetenhaus nicht einmal dieKosten der allgemeinen Durchführung übernehmen wollte, trotz-dem die Leiter der Agitation für Einrichtung des Stationswesensin Regierungskreisen heimisch waren. In meinem BuchDie Be-kämpfung der Landstreicherei", Stuttgart 1903, findet sich eine