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Über den Luftwechsel in Wohngebäuden
Entstehung
Seite
123
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von Dr. Max Pettenkofer. 123

Oeffhungen nach den mit dem Zugkamine, zusammenhän-genden Räumen, und wie sich bei der Untersuchung derVentilation auf jener Abtheilung des Spitales Lariboisiere zuParis, welche nach dem Systeme von Duvoir ventilirt ist,ergab, strömt der geringste Theil auf den vorgeschriebenenWegen zu. Die auf andern Wegen kommende Luft kanngleichfalls reine, durch nichts verdorbene Luft seyn, aber auchdas Gegentheil. Dass es nicht lediglich reine Luft seyn wird,was zuströmt, dürfte selbstverständlich seyn, und es zeigtesich im Spital Lariboisiere auch wirklich der Kohlensäure-gehalt der Luft aus den Sälen viel grösser (nochmal so gross)als er hätte seyn können, wenn der beobachtete Luftwech-sel lediglich durch Zuströmen' unverdorbener atmosphärischerLuft veranlasst worden wäre.

Zur Ventilation von Räumen; die zu täglichem fortge-setztem Aufenthalte dienen, wie Krankenhäuser, Kasernenund Gefängnisse, wo überdiess allerlei andere Quellen derLuftverderbniss vorhanden sind, halte ich desshalb die Ven-tilation durch Zugkamine für wenig geeignet, abgesehendavon, dass die täglichen Kosten zur Unterhaltung des nöthi-gen Feuers sehr bedeutend sind. Räume, welche seltenerbenützt werden, wie Theater, Concertsäle u. s. w., wo derAufenthalt kürzer dauert, und welche sonst auch nicht be-wohnt werden, können immerhin zweckmässig mit Zug-kaminen ventilirt werden. Ich möchte jedoch den Rathgeben, nebst Höhe, Weite und Temperatur des Zugkaminesauch darauf zu achten, dass die nach der Zugesse führendenKanäle sich progressiv erweitern, je nachdem sie mehr undmehr Luft aufnehmen, und dass sie möglichst luftdicht her-gestellt werden, um nicht in Folge ihrer Porosität oder sonsti-ger Undichtigkeiten Luft von Seiten her eindringen zu lassen,wo man es nicht haben will, und dadurch einen grossenTheil des Nutzeffektes zu verlieren.

Der dritte Motor, die Kraft einer Maschine, die sich