von Dr. Max Pettenkofer. 113
Hinderniss für den Luftwechsel, welcher in den Zwischen-räumen natürlich viel ungehinderter vor sich gehen kann,und in diesem Maasse hier auch mehr Russ absetzen muss,als dort wo Balken und Latten liegen.
Professor Knapp, gegenwärtig Vorstand der Porzellan-Fabrik in Nymphenburg, hat mir eine hier einschlägige Be-obachtung an dem Porzellanofen mitgetheilt, wo an 'einerdünnen Stelle des Ofens, an der Einsetzthüre, so viel Luftdurch die Wand in den Ofen drang, dass Plamme und Raucheines Bündels Holzspäne vollständig und lebhaft durch diePoren an dieser Stelle eingezogen wurden.
Bei der Anlage von Heizungen spielt die Porosität desMauerwerks sicher eine sehr grosse Rolle. Man kennt dieoft unerwarteten Misserfolge bei Anlage von geschleiften oderhorizontalen Kaminen, die man oft mit senkrechten in Ver-bindung setzt. Einem senkrechten Kamin, in welchen meh-rere horizontale Feuerleitungen münden, müssen wir einefür seine Leistung unverhältnissmässige Höhe geben , um dennotwendigen Zug hervorzubringen. Könnten wir alle Feuer-kanäle und den senkrechten Kamin aus einem luftdichtenMateriale mit luftdichter Verbindung herstellen, so könntenwir entweder an der Höhe bedeutend ersparen, oder anZugkraft gewinnen. Man hat schon oft die Erfahrung ge-macht, dass horizontale Feuerzüge bei gleicher Länge undsonst gleichen Umständen in einem Falle sich tauglich, ineinem andern sich untauglich erwiesen haben, ohne dassman sich die Gründe angeben konnte. Solche Fälle wärennach meiner Ansicht nun darauf zu untersuchen, ob dieDifferenz in der Wirkung sich nicht aus der grössern odergeringern Porosität des Materials erklären Hesse.
Das praktische Resultat, welches sich aus der thatsäch-lichen Porosität unserer Wohnräume für die künstliche Ven-tilation ergibt, ist nach meiner Ansicht, dass wir von dembisher gültigen Satze Umgang nehmen können, dass die
Pettenkofer, Luftwechsel.- 8