Druckschrift 
Über den Luftwechsel in Wohngebäuden
Entstehung
Seite
112
Einzelbild herunterladen
 

J12 Fragen über die Ventilation

vor sich ging- Das ist das Ergebniss der Ventilation durchZug (System Leblanc - Duvoir). Ein ähnliches Resultat,wenn auch nicht in dem gleichen Maasse, zeigte sich beider mechanischen Ventilation (System Thomas - Laurens-Grouvelle) in der Weise, dass ein sehr grosser Theil dervon der Maschine in die Säle eingetriebenen Luft nicht mehrdurch die sogenannten Evacuationskanäle entwich, sondernauf andern zufälligen Wegen. Wie illusorisch sich Ein-richtungen erweisen können, die auf der Voraussetzung desdichten Schlusses unserer Wohnungen beruhen, das beweistdie Thatsache, welche ich oben in meinem Berichte überdie Ventilation des Spitals Lariboisiere in Paris angeführthabe, wo es sich im Saale des heiligen Augustin erwies,dass der mechanische Ventilator hinlänglich Luft eintrieb,zugleich aber bei geschlossenen Fenstern und Thüren in denEvacuationskanälen die Luft nicht vom Saale nach dem Spei-cher ins Freie entwich, sondern geradezu umgekehrt nachdem Saale sich bewegte, so dass derselbe bei geschlossenenFenstern und Thüren nicht nur durch den mechanischenVentilator, sondern auch durch die Evacuationskanäle Luftempfing. Grassi, welcher bei dieser Beobachtung selbstzugegen war, musste mir beistimmen, dass die Bewegungder Luft in einem Gebäude ein sehr complicirtes Phäno-men sey.

Von der Porosität unseres Mauerwerkes gibt es ausserden bereits angeführten noch einige andere Beweise. Derschlagendste ist wohl das Ansehen mancher Weissdecken inZimmern, in denen durch Oefen oder Lampen etwas Russerzeugt wird. Wenn solche Zimmerdecken lange nicht ge^weisst oder geputzt werden, so zeichnet sich jeder Balken,jede Latte des darüber befindlichen Bodens ab, in der Art,dass wo Latten und Balken liegen, die Decke weisser . er-scheint, als an den Stellen, welche den Zwischenräumenentsprechen. Die Latten und Balken sind ein theilweises