von Dr. Max PettenkoftM 1 . 111
als seyen unsere Wohnungen, sobald wir Thüren und Fen-ster geschlossen haben, wirklich als Räume zu betrachten,welche die in ihnen enthaltene Luft wesentlich ausser Ver-bindung mit der freien Atmosphäre setzten, so dass diesenur durch_ Oeffnungen, die wir eigens für diese Verbindungherstellen, communiciren könnte. Die zufälligen Oeffnungenin unsern Wohnungen sind viel zahlreicher und die frei-willige Ventilation dadurch viel grösser, als man bisher ver.-muthet hat. — Am auffallendsten und bestimmtesten zeigtsich dieses allerdings in den Versuchen, durch welche derLuftwechsel in einem Zimmer ohne jede Ventilationsvorrich-tung , ja selbst bei verklebten Fenstern und Thüren gemessenwurde. — Aber auch in jenen Räumen, in welchen eigeneOeffnungen für die zuströmende und abströmende Luft an-gebracht sind, tritt die Einwirkung der zufälligen Oeffnungenin höchst auffallender Weise zu Tage, ja es zeigt sich, dassauf den zufälligen Wegen viel mehr Luft sich bewegt, alsauf den vorgeschriebenen. Grassi findet (Etüde comparativedes deux systemes de chauffage et de Ventilation etablis äFliöpital Lariboisiere, pag. 39), dass in dem Saale der heil.Eugenie 20,7 Cubikmeter frische Luft per Stunde und Kran-ken auf den für sie bestimmten Wegen ein-, hingegen 95,1Cubikmeter Luft durch die Abzugsöffnungen austraten. Esrnussten sich mithin durch die zufälligen Oeffnungen 74,4Cubikmeter beigemischt haben , somit mehr als das Drei-fache jener Menge, welche auf dem vorgeschriebenen Wegeeintrat.
Im Saale der heiligen Anna stellte sich die Differenznoch viel auffallender heraus, wo sich ergab, dass perStunde und Kranken durch die Oeffnungen für frische Luft4,1 Cubikmeter ein-, und durch die Abzüge 59,3 Cubikmeterauströmten, so dass die Ventilation durch die zufälligen Oeff-nungen 55,2 Cubikmeter oder nahezu das Vierzehnfache jenerMenge betrug, welche auf dem eigens dafür gemachten Wege
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