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Über den Luftwechsel in Wohngebäuden
Entstehung
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9(j Fragen über die Ventilation

betrug, und alle Fenster und Thüren wohl geschlossen, abernicht verklebt waren. Siehe S. 81.

Wenn ich noch irgend einen Zweifel darüber gehabthätte, ob dieser bedeutende Luftwechsel in einem nur 75Cubikmeter haltenden Zimmer wirklich durch das Mauer-werk Statt finde, so hätten mich frühere Versuche, die ichüber die Porosität von Mörtel, Ziegelstein und Holz anstellte,davon gänzlich überzeugt. Ich habe bereits im Jahre 1851(Dinglers polytechnisches Journal) in einem Artikel überOfen- und Luftheizung erwähnt, dass die Eigenschaft derPorosität bei unserem Baumaterial eine wichtige sanitätischeRolle spiele. Um diese Thatsache anschaulich zu machen,kann man jeden gewöhnlichen Ziegelstein benützen. Manüberzieht von den sechs jeden Ziegelstein begränzenden Flä-chen vier davon mit einer der Luft undurchdringlichen Masse,aus gelbem Wachs, Oel und Harz, in der Art, dass zweigegenüber liegende Flächen frei bleiben. Man streicht undverbindet diese Masse mit erwärmten Spateln auf den Stein,wie ein Pflaster auf Leinwand. Nun legt man Bleche oderPlatten von der Grösse der beiden gegenüberstehenden, vomWachsüberzuge frei gebliebenen Flächen auf diese. Die Blechehaben in der Mitte ein etwa '/, Zoll weites Loch, in welchesje eine Röhre von ein Paar Zoll Länge luftdicht eingepasst,am besten eingelöthet wird. Sind die Bleche oder Plattenauf die freien Flächen des Ziegelsteins aufgelegt, so werdensie an ihren Rändern mit der nämlichen klebenden Masse,womit man den Stein überzogen hat, luftdicht mit den vier-überzogenen Flächen verbunden. Der ganze Apparat stelltnun gleichsam eine Röhre von 1 / 2 Zoll Durchmesser dar,welche von einer Ziegelsteinmasse von bestimmter Oberflächeund Dicke unterbrochen wird. Bläst man nun zu einemRohre hinein, während man die Mündung des gegenüberliegenden etwas unter Wasser hält, so wird die Luft, soviel man auf der freien Fläche durch den Ziegelstein blasen