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Über den Luftwechsel in Wohngebäuden
Entstehung
Seite
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von Dr. Max Pettenkofer. 05

gegen das Vorurtheil einer grossen Menge Verstösse, undnamentlich der Liebhaberei für englische oder welsche Ka^mine nahe trete. Ich hatte in dieser Beziehung früher selbstandere Vorstellungen, wurde aber durch meine quantitativenUntersuchungen zu den wesentlichen Berichtigungen ge-zwungen, die ich eben angeführt habe.

Was ferner einen merklichen Einfluss auf die natürlicheVentilation unserer Wohnungen ausübt, das ist die Geschwin-digkeit der Luft im Freien. Es ist eine alte Erfahrung, dasswir viel mehr heizen müssen, wenn es kalt und windig, alswenn es kalt und windstill ist. Ich habe übrigens diesenEinfluss noch nicht quantitativ untersucht, und kann hierüberkeine Zahlenangaben machen. Die Untersuchung ist übrigensleicht nach den nämlichen Principien durchzuführen, wie dievorigen. Man hätte in einem Wohnzimmer, dessen natürlicheVentilation bei einer gewissen Temperaturdifferenz man kennt,die Abnahme der Kohlensäure bei verschiedenen Windstärkender freien Luft zu beobachten. Die Windstärken sind leichtdurch die Neumannschen Anemometer zu bestimmen.

Was unter allen Umständen von hervorragender Wich-tigkeit bei der natürlichen Ventilation unserer Wohnungenseyn wird, das ist die grössere oder geringere Porosität desBaumaterials. Dass unsere Baumaterialien und die Art ihrerZusammenfügung keinen luftdichten Verschluss gegen dieäussere Atmosphäre bilden, wird wohl von vornherein an~genommen werden dürfen. Es handelt sich zunächst um denBetrag der Wirkung, welche zu Gunsten der Ventilation aufdiesem Wege ausgeübt werden kann. Dass die GrössebeiWänden aus Ziegelsteinen eine sehr bedeutende seyn müsse,geht ganz deutlich aus den Versuchen 1519 am 11. Deeem-ber hervor, bei denen alle Fugen an Fenstern und Thürensorgfältig verklebt waren. Die Ventilation war an diesemTage mar ein Viertel geringer, als am 9. März (Beobach-tungen 48), wo die Temperaturdifferenz einen Grad mehr