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Über den Luftwechsel in Wohngebäuden
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92 Fragen über die Ventilation

andern Worten, eine merkliche Differenz der Temperaturder Zimmerluft und der freien Luft herzustellen. Sie frierendesshalb nicht bloss in ihren Wohnungen, es verdirbt dieLuft ihrer Zimmer auch in einem viel höheren Grade durchRespiration und Perspiration. Das erklärt auch theilweiseden grossen Unterschied in der Wirkung kalter Luft imFreien und kalter Luft in geschlossenen Zimmern auf unsereGesundheit, und rechtfertigt die Unterstützung der Armenmit Brennmaterial im Winter als eine sanitäts-polizeilicheMaassregel von grosser Bedeutung und Tragweite.

Im Sommer, oder richtiger bei einer Lufttemperatur,wo das Einheizen nicht mehr nöthig ist, steht uns ein sehreinfaches Mittel zu Gebot, auch bei geringen Temperatur-Differenzen den Luftwechsel bedeutend zu steigern, das istdas Oeffnen der Fenster. Es ist klar, dass bei gleich blei-bendem Durchmesser aller Oeffnungen in unsere Wohnungenbei grossen Temperatur-Differenzen mehr Luft aus und eingehen wird, als bei geringen Differenzen, aber eben sogewiss ist, dass bei gleichen Differenzen mehr Luft durchgrössere, als durch kleinere Oeffnungen gehen wird. In derVergrösserung der Oeffnungen haben wir desshalb ein wirk-sames Mittel der Ventilation. Um dieses anschaulich zumachen, habe ich bei dem Versuche III, wo die Tempera-tur-Differenz nur 4° C. betrug, die Beobachtung 14 aus-geführt. Während die vorausgehende Beobachtung 13 beigeschlossenen Fenstern eine Ventilation von 276 Cubikfussoder, nahezu 7 Cubikmeter per Stunde und 1000 Cubikfussergab, erhielt ich bei Oeffnung eines Fensterflügels von9'/ 2 Quadratfuss Fläche gleich das doppelte Luftquantum,14 Cubikmeter. Hieraus ersieht man aber ferner, wie we-sentlich die Grösse der Fenster und ihr Verhältniss zumWohnräume ist. Die Oeffnung des einen Flügels war nochnicht genug, um für mein 3000 Cubikfuss haltendes Zimmerdie Normalquantität Luft (60 Cubikmeter per Mann und