flft Fragen über die Ventilation
von Paris Ventilationsapparate angewendet, welche mitmechanischer Kraft Luft in die Krankensäle durch Röhreneintreiben. Die Menge der in den Röhren einströmendenLuft kann mit Anemometern sehr genau gemessen werden.Man war anfangs sehr unsicher darüber, wie viel frischeLuft man für einen Kranken in der Stunde verlangen soll.Anfangs glaubte man, 10 Cubikmeter (400 Cubikfuss) in derStunde könnten für 1 Kranken hinreichend seyn, — es zeigtesich aber, dass bei dieser Ventilation die Luft in den Säleneinen sehr üblen Geruch hatte. Man stieg auf das Doppelte,auf 20 Cubikmeter — aber das Resultat war nicht vielbesser. Endlich entschloss man sich, so kräftig zu venti-liren, bis die Luft in den Sälen rein blieb, gleichviel, welcheMengen frischer Luft man dazu brauchen würde, und nunbestimmte man die Menge Luft, welche unter diesen Um-ständen in die Säle einströmte. Man fand, dass 60 Cubik-meter per Stunde und Kranken nothwendig waren, um dieLuft gut zu erhalten. Diese 60 Cubikmeter Luft per Stundeund Kranken werden nun in Frankreich unabänderlich vonjedem Ventilationsapparate als Minimum gefordert.
Ich will nun untersuchen, in wie weit die freiwilligeoder natürliche Ventilation der Wohnzimmer diesen Anfor-derungen genügt. Zunächst muss ein Weg gefunden wer-den, die Abnahme der Kohlensäure in ein kubisches Maassfür die zufliessende frische Luft zu verwandeln. Es istoffenbar, dass wir in der wechselnden Grösse des Kohlen-säuregehaltes der Zimmerlnft, und im Kohlensäurege-halte der freien Luft die Elemente der Rechnung suchenmüssen. Professor Dr. Seidel, hatte die Güte, mir für die-sen Zweck eine mathematische Formel zu construiren, nachwelcher sich die zwischen dem Zeiträume zweier Kohlen-säurebestiinmungen zufliessende Menge frischer Luft be-rechnen lässt. Der Rechnung liegt die ohne Zweifel rich-tige Annahme zu Grunde, dass die frische Luft sich beständig