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Über den Luftwechsel in Wohngebäuden
Entstehung
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von Dr. Max Pettenkofer. 85

Verdünnung. Da die Beweglichkeit und Mischbarkeit luftför-miger Körper noch viel grösser ist und leichter von Stattengeht, so können wir von vornherein annehmen, dass dieReinigung einer verdorbenen Zimmerluft enorme Mengenfrischer Luft consumiren wird.

Wenden wir nun diese Betrachtung auf den Kohlen-säuregehalt der Luft an. Die Quantität der durch die Ven-tilation zuzuführenden Luft muss die Quantität der Luft,welche in der gleichen Zeit ausgeathmet wird, wenigstensin dem Verhältnisse übertreffen, in welchem der Kohlen-säuregehalt der ausgeathmeten Luft grösser ist, als die Dif-ferenz zwischen dem Kohlensäuregehalte der freien Luftund einer Luft, in welcher der Mensch erfahrungsgemässauf längere Zeit sich behaglich und wohl befindet. Nun istaber der Kohlensäuregehalt der ausgeathmeten Luft 4 Pro-cent oder 40 pro mille, der mittlere Kohlensäuregehalt derfreien Luft circa 0,5 pro mille, und der Kohlensäuregehalteiner guten Zimmerluft nach den oben angegebenen Unter-suchungen durchschnittlich nicht über 0,7 pro mille. Hier-

40

aus ergibt sich = 200.

0,2

Mit Worten ausgedrückt, lautet der Satz: Wenn einMensch, oder eine Anzahl von Menschen in einem geschlos-senen Räume athmen, so müssen wir in diesem Räume das200fache Volum der ausgeathmeten Luft an frischer Luftin jedem Zeitmomente zuführen, wenn die Luft im Räumestets gut bleiben soll. Wenn hienach ein Mensch stündlich300 Liter Luft in einem Zimmer ausathmet, so müssen dem-selben in dieser Zeit 60000 Liters oder 60 Cubikmeter fri-scher Luft zugeführt werden. So enorm diese Mengeerscheint, so hat sie sich in der Praxis dennoch als unum-gänglich nothwendig und als richtig bemessen erwiesen.Man ist in Frankreich auf ganz anderem Wege, als ich,zur nämlichen Grösse gelangt. Man hat in einigen Spitälern