gO Fragen über die Ventilation
1 Procent (oder 10 pro mille) Kohlensäure enthält, keinemerkliche Menge Kohlensäure entzieht. Wenn man Luftmit 8 pro mille Kohlensäuregehalt durch eine 1 Fuss langeRöhre leitet, welche mit an der Luft erhärtetem und trocke-nem Mörtel gefüllt ist, so verliert sie keine messbare Menge.Es stimmt das auch mit den Erfahrungen von Fuchs über-ein, welcher fand, dass Kalkhydrat an der Luft nur bis zueinem gewissen Punkte leicht Kohlensäure aufnimmt, näm-lich bis die Hälfte des Aetzkalkes damit gesättigt ist. Ernimmt dann das Bestehen einer Doppelverbindung (Kalk-Hydrocarbonat) an, welches sich gegen eine nur wenig mitKohlensäure beladene Luft nahezu indifferent verhält. Dess-wegen finden wir den Mörtel selbst in Jahrtausend altenGebäuden manchmal noch theilweise ätzend, wenn wir ihnmit Wasser übergiessen.
Wie schwer Antheile unter 1 Procent Kohlensäure ausGasgemischen durch trockenes Kalkhydrat zu entfernensind, zeigt sich auch bei der fabrikmässigen Reinigung desLeuchtgases von Kohlensäure, was namentlich beim Holz-gase schon oft beobachtet worden ist. Selbst in ganz frischgefüllten Reinigern gelingt es nicht, dem Gas die letztenAntheile Kohlensäure zu entziehen, und bleiben meistens4—-5 pro mille noch darin enthalten. Um diese noch zuentfernen, ist eine viel längere Berührung mit dem Kalk-hydrate vounöthen.
Ich glaube nicht zu irren, wenn ich die Abnahme derKohlensäure in einer Zimmerluft als einen sichern Maassstabfür den Luftwechsel annehme, der in demselben stattfindet,vorausgesetzt, dass die Wände des Zimmers trocken, unddas Gebäude nicht zu neu ist. Ich habe in meinem Arbeits-zimmer im physiologischen Institute dahier, welches seitmehr als 3 Jahren bezogen ist, Versuche in dieser Richtungausgeführt, deren Resultat ich nun mittheilen werde. Nach-dem alle Fenster und Thüren des 3300 Cubikfuss haltenden