78 Fragen über die Ventilation
Die Kinder waren von 2— 4 Uhr in der Schule. Un-mittelbar eh vor sie die Schule verliessen, wurde die Luftauf ihren Kohlensäuregehalt untersucht. Sie zeigte nacheiner Bestimmung 7,16 pro mille, nach einer andern7,23 pro mille. Die Temperatur der Luft des Schulzimmerswar 15° R.
Aus diesen Versuchen geht zur Evidenz hervor, dassuns keine Luft behaglich ist, welche in Folge der Respira-tion und Perspiration der Menschen mehr als 1 pro milleKohlensäure enthält. Wir haben somit ein Recht, jede Luftals schlecht und für einen beständigen Aufenthalt als un-tauglich zu erklären, welche in Folge der Respiration undPerspiration der Menschen mehr als 1 pro mille Kohlen-säure enthält.
Zweite Frage: Wie gross ist der natürliche Luft-wechsel in Zimmern und auf welche Weise lässt sich der-selbe am zuverlässigsten bestimmen?
Die zweite Frage ist durch die Antwort auf die erstenothwendig geworden. Wir wissen aus der Physiologie,namentlich aus den Untersuchungen von Vierordt und Schar-ling, wie viel Kohlensäure ein Mensch stündlich in die Luftathmet. Die Ausscheidung von Kohlensäure durch die Hautist sehr gering, während durch diese mehr Wasser als durchdie Lungen austritt. Man kann als Durchschnitt annehmen,dass ein Mensch von mittlerer Grösse in der Minute 5 LiterLuft ausathmet, welche 4 Procent Kohlensäure enthält.Hieraus berechnen sich für 1 Stunde 300 Liter Luft mit12 Liter Kohlensäure. 24,8 Liters kann man gleich einembayrischen Cubikfuss nehmen.'
Wenn ich 4 Stunden in meinem Arbeitszimmer ver-weile, so liefere ich 48 Liters oder circa 2 Cubikfuss Koh-lensäure durch den Athem in die Luft des Zimmers. Das
1 1000 Litres = 1 Cubikmeter = 40,22350 bayerische Cubikfuss -35,31658 englische Cubikfuss.