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Über den Luftwechsel in Wohngebäuden
Entstehung
Seite
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von Dr. Max Pettenkofer. 77

gehalten. Von 5'/ 2 Uhr an versammelt sich dasselbe. DerSaal hat mit Abrechnimg des Podestes, worauf die sich all-niählig erhebenden Bänke stehen, circa 46,000 Cubikfussund ist für 250 Zuhörer berechnet. Bei diesen Abendvor-lesungen sind aber meist über 300 Personen anwesend, undder Saal gedrängt voll. Gegen Ende der Vorlesung ist dieLuft meist etwas drückend und unangenehm, und wohl Nie-mand würde ohne Nachtheil für die Gesundheit im Standeseyn, diese Luft auf längere Zeit zu athmen.

Am 21. März 1857 zeigte die Luft des Hörsaales um6 Uhr 1,08 p. m. Kohlensäure

6 30' 2,26- . '

7 _ 3,22Bei einer Vorlesung am 2.3. März um

6 Uhr 5' 1,18 p. m. Kohlensäure6 n "0 2 ; 33

« » 3,22 :

Ich untersuchte auch die Luft eines Kueipzimmers inMünchen, über deren schlechte Beschaffenheit von den mei-sten Gästen Klage geführt wurde. Das Zimmer hat circa6000 Cubikfuss Inhalt. Am 24. Nov. 1857 waren 21 Per-sonen anwesend, welche sich von 7'/ 4 bis 9 Uhr versam-melt hatten. 16 von diesen Personen rauchten Cigarren.Um 10 Uhr wurde die Luft untersucht; sie enthielt 3,8 promille Kohlensäure.

Am 1. December wurde bei Gegenwart von 20 Per-sonen der Versuch zur nämlichen Zeit wiederholt, es er-gaben sich 4,9 pro mille Kohlensäure. Die Klagen überschlechte Luft an diesem Abend waren allgemein.

Am 25. Januar 1858 untersuchte ich die Luft einesSchulzimmers. Dasselbe ist 29'/ 2 Fuss lang, 23'/ 2 Fuss breitund 15 Fuss hoch; hat 3 Fenster, und war von 70 Schü-lerinnen im Alter von 9 bis 10 Jahren besucht. DasZimmer gehört zu den besten, die man gewöhnlich antrifft.