76 Fragen über die Ventilation
macht die Luftverderbniss nicht aus, wir benutzen ihn blossals Maassstab, wornach wir auch noch auf den grössernoder geringern Gehalt an andern Stoffen schliessen, welchezur Menge der ausgeschiedenen Kohlensäure sich propor-tional verhalten.
Ich fand am 5. März 1857 in meinem kleinen Arbeits-zimmer, circa 3000 Cubikfuss haltend, nachdem ich ohneUnterbrechung 4 Stunden darin zugebracht, 0,54 pro milleKohlensäure. Den andern Tag, 6. März, 0,65 pro mille.Den 7., wo zeitweise auch mein Assistent in demselben be-schäftigt war, 0,89 pro mille; den 13. März 0,61 und 0,64pro mille; den 13. November 0,68. In einem andern, etwasgrössern Zimmer des physiologischen Instituts, zur Zeit, alsich und einer meiner Schüler darin arbeiteten, ergaben sichain 5. Januar d. J. 0,740 pro mille Kohlensäure, am 8. Ja-nuar 0,611 pro mille. In einem Zimmer, 28 Fuss lang,15'/ 2 Fuss breit und 18 Fuss hoch, befand sich am 20. De-cember 1857 eine Gesellschaft von 4 Männern a von denenzwei rauchten. Nach 2'/ 2 Stunden betrug der Kohlensäure-gehalt der Luft 0,87 pro mille. In allen diesen Fällen be-fanden sich die Personen in den betreffenden Lokalitätenganz behaglich, ohne jede Belästigung, ohne Bedürfniss einFenster zu öffnen, oder den Raum zu verlassen. Das Mittelaus diesen sieben Beobachtungen beträgt 0,67 pro milleKohlensäure.
Ich will nun den Kohlensäuregehalt einer solchenZimmerluft untersuchen, unter deren Einfluss eine fühlbareBelästigung empfunden wird. Die übelriechende Luft desArbeitssaales der Schwangeren im neuen Gebärhause zuMünchen, welche oben mitgetheilt wurde, enthielt im Mittelvon fünf Versuchen, 2,4 pro mille Kohlensäure.
Im Hörsaale von Liebigs chemischem Laboratorium inMünchen werden alljährlich Abendvorlesungen von 6 bis7 Uhr für ein aus Herren und Damen gemischtes Publikum