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Über den Luftwechsel in Wohngebäuden
Entstehung
Seite
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von Dr. Max Pettenkofer. 75

zu bestimmen. Somit bleibt uns kein anderer Anhaltspunkt,als die Kohlensäure, deren Gehalt in der freien Luft durch-gehends nur gering ist, und nur Schwankungen von 4 bis6 Zehntausend-Volumtheilen unterliegt. Ueberdiess habenwir in unsern Wohnzimmern keine anderen Quellen, ausdenen Kohlensäure sich der Luft beimischen könnte, alsLungen und Haut der Bewohner, und endlich besitzen wirjetzt eine Methode, welche den Kohlensäuregehalt einerLuft sehr einfach und schnell ermitteln lässt. Aus diesenGründen habe ich den Kohlensäuregehalt einer Zimmerluftals Maassstab für deren Güte gewählt, vorausgesetzt, dassdie Anforderungen der Reinlichkeit im Voraus befriedigtsind. Zur Grundlage habe ich den Kohlcnsäuregehalt inWohnzimmern genommen , die von Personen benützt werden,welche nach ihrer eigenen Wahl leben, welche sich erfah-rungsgemäss in denselben behaglich befinden, wenn sie auchden grössern Theil des Tages in denselben verbringen. Dieseempirische Grundlage scheint mir viel mehr Berechtigungzu haben, als jede willkürliche Annahme, oder jedes theo-retische Raisonnement, aus dem man eine Grösse ableitenwollte. Le Blanc (Grassi p. 6) tolerirt einen Kohlensäure-gehalt der Luft bis zu 5 Tausendtheilen, Poumet und An-dere, welchen sich auch Grassi anschliesst, ziehen engereGrenzen, und wollen eine Luft nur für gut erklären, wennsie nicht mehr als höchstens 2 bis 3 Tausendtheile Kohlen-säure enthält. 2 bis 3 Tausendtheile sind allerdings sehrgeringe Mengen, aber man darf nicht vergessen, dass dieKohlensäure nicht allein die Verderbniss der Luft ausmacht,man muss wohl bedenken, dass mit der Kohlensäure zu-gleich die organischen Stoffe der Luft aus Respiration undPerspiration zunehmen, und dass von diesen bereits sehrgeringe, kaum nachweisbare Mengen hinreichend sind, eineLuft bis zu einem Grade zu verderben, dass sie auf gesundeSinne eckelerregend wirkt. Der Kohlensäuregehall allein