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Über den Luftwechsel in Wohngebäuden
Entstehung
Seite
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72 Fragen über die Ventilation

Als die normalen Bestandteile der Atmosphäre geltenSauerstoff', Stickstoff, Wasser und Kohlensäure, deren rela-tive Verhältnisse mit Ausnahme des Wassers last keinenSchwankungen unterworfen sind. Die Luft enthält aller-dings constant noch einige andere Stoffe, z. B. kohlensauresAmmoniac, organische und unorganische Stoffe, theils alsStaub, theils in andern Formen u. s. w., jedoch in so äusserstgeringer Menge, dass sie auf unsere Sinne nicht die entfern-teste Wirkung hervorzubringen vermögen. Als wesentlichstesBeobachtungsorgan für fremde Stoffe in der Luft dient unsder Geruchssinn; dieser zeigt uns Stoffe an, deren Wahr-nehmung uns weder auf physikalischem, noch auf chemi-schem Wege mehr gelingt. Wir wittern oft noch die ge-ringsten Spuren fremder Beimischungen der Luft (Moschus,viele ätherische Oele und andere riechende Substanzen),welche sich jedem sonstigen Nachweise entziehen. AndereStoffe , die gerade nicht unsern Geruchssinn erregen, machensich durch physiologische Wirkungen auf unsere Respira-tiouswege, oder andere Theile unseres Körpers in den ge-ringsten Mengen bemerkbar. Es ist z. B. nicht möglich,in einem Zimmer einige Grane Veratrin in offener Reib-schale zu Pulver zn verreiben, ohne dass nicht alle An-wesenden zum Messen gereizt würden. Andere Stoffe (z. B.Produkte der trockenen Destillation glycerinhaltiger Fette,Holzrauch etc.) wirken mehr auf die Schleimhaut der Augenuud bringen diese zu Thränen und Entzündung, währendsie auf die Schleimhaut der Nase viel weniger wirken. JedeLuft, welche auf unsern Geruch, Gefühl oder Gesicht wirkt,halten wir mit Recht für mit fremden Stoffen verunreinigt.Wir können ihr das Prädikat einer reinen Luft nicht bei-legen. Gegen diese Arten der Verunreinigung der Luftkann die Wirksamkeit der Ventilation nicht zunächst be-stimmt seyn. Wir verfahren viel rationeller, wenn wir vonvornherein die Mittheilung solcher Stoffe an die Luft unserer