von Dr. Max Pettenkofer. ß,5
eiiifliessen, so brachte van Hecke den gleichen Ventilator,wie auf dem Speicher, unten im Keller in der zinkenenHauptzufülmingsröhre, vor der Einmündung in den Caloriferean, um Luft eintreiben zu können. Man konnte nun ab-wechselnd den Einfluss des Zuges und des Stosses beob-achten. Wie zu erwarten stand, hat sich der Stoss vielwirksamer erwiesen. Wenn man die Luft eines Saales mitstark riechenden Substanzen verunreinigte, so verschwandder Geruch aus dem Saale bei Verwendung gleicher mecha-nischer Kraft beim Eintreiben in 3 / 4 Stunden, beim Ansaugendurch den Kamin in 5 / 4 Stunden.
Der Wasserdampf, welcher zur Bewegung der kleinenDampfmaschine in Beaujon gedient hat, wird zum geringstenTheil für Kataplasmen und warmes Wasser nutzbar gemacht^der meiste entweicht ins Freie. Trotzdem berechnen sichdie Kosten des Brennmaterials für Beheizung und Ventilationdes Pavillons Nro. 4 nur auf 31 Franken per Jahr undKranken. Für den Pavillon Nro. 3, welcher nicht ventilirt,sondern nur geheizt wird, ergibt sich für Brennmaterial einentsprechender Aufwand von 27 Franken. Im Hotel Dieu,das bekanntlich weit davon entfernt ist, eine Ventilation zuhaben, macht der jährliche Aufwand an Heizung für einenKranken 26 Franken. Man kann desshalb behaupten, ohnesich im mindesten eines Irrthums schuldig zu machen, dassdurch den Apparat des Dr. van Hecke die den Anforde-rungen der Hygieine entsprechende Ventilation jedes grös-seren Spitals ohne erhebliche Mehrkosten vollzogen werdenkönne.
In neuester Zeit hat man die van Hecke'sche Ventilationauch auf Schiffe angewendet. Grassi hatte ihre Leistungenauch in diesem Falle auf Befehl des französischen Marine-ministeriums zu prüfen Gelegenheit. Im Hafen zu Toulonwurden mehrere vergleichende Versuche mit andern üblichenVentilationsvorrichtungen vorgenommen. Namentlich wurde
PettenkoTer, Luftwechsel. 5