von Dr. Max Pettenkofer. 59
einen Ventilator allein lässt eine gleichmässige, unter denverschiedenen Differenzen der Temperatur und der Geschwin-digkeit der. äussern und Innern Luft sich gleich bleibendeZufuhr von frischer Luft erwarten.
Diese principielle Ueberzeugung sollte künftig bei An-lage aller künstlichen Ventilationen in erste Linie gesetztwerden. Als untergeordnet muss man die Frage nach denKosten betrachten. Die Kosten für Heizung und Ventilationder weiblichen Abtheilung von Lariboisiere nach dem SystemDuvoir betrugen im Laufe eines Jahres (die Unterhaltung derApparate mit eingerechnet) 18152 Franken. Für dieselbenZwecke auf der correspondirenden männlichen Abtheilungnach dem Systeme von Thomas Laurens, 46590 Franken.Die Mehrausgabe bei der mechanischen Ventilation scheintenorm. Sie reducirt sich aber wesentlich, wenn man inRechnung zieht, dass mit dem Apparat der männlichen Ab-theilung auch noch viel andere Dienste geleistet worden sind,welche der Apparat des Herrn Duvoir nicht zu leisten hatte:
1) Die Localitäten (Corridore, Parloir, Refectorium, Ka-pelle, Zellen) der barmherzigen Schwestern, welche dieKrankenpflege auf beiden Abtheilungen besorgen, wurdenmit dem Apparate Thomas-Laurens geheizt;
2) wurden die Bäder für beide Abtheilungen und ebenso
3) die Wäsche besorgt.
- Hiebei ist noch zu bemerken, dass in der Waschküchevon Lariboisiere auch noch die Wäsche aus andern Spitälerngereinigt wurde. Ebenso ergibt sich noch eine Ersparnissam Aufsichts- und Heizerpersonal. Grassi schlägt den Geld-werth dieser Mehrleistungen u. s. w. auf 23000 Franken an.Ich kann natürlich nicht entscheiden, wie weit diese An-nahmen etwa zu hoch gegriffen sind. Wesentlich theurerist das System von Thomas-Laurens jedenfalls, als. das vonDuvoir. Denn dass der erstere Apparat auch noch . dieWäsche für andere Spitäler besorgte, was die höchste Ziffer