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Über den Luftwechsel in Wohngebäuden
Entstehung
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58 Ueber die Ventilations-Apparate

Grassi untersuchte auch, den barometrischen Druck derLuft in den Sälen , im Vergleich mit der freien Luft zurgleichen Zeit. Man könnte nämlich auf den Gedanken kom-men, es sey die Luft in den Sälen durch das Eintreiben sobedeutender Mengen binnen kurzer Zeit comprimirter, alsdie freie Luft. Das Resultat der sorgfältig ausgeführtenBeobachtungen ist aber durchaus negativ: im Gegentheilzeigte die Luft in den geheizten Sälen einen etwas geringernDruck als die'äussere, so dass noch Luft durch die zufäl-ligen Oeffhungen von Aussen einfliessen musste.

Der Kohlensäuregehalt der Luft eines ventilirten Saalesbetrug nur 1,1 pro mille, mithin nicht die Hälfte vom Koh-lensäuregehalt der Luft auf der weiblichen Abtheilung, welchenach dem System von Duvoir ventilirt ist. Die Luft ist nichtzu trocken und kann durch Dampf und Wasser beliebig be-feuchtet werden. So gross die Luftmenge für unsere gewöhn-lichen Vorstellungen ist,! welche die mechanische Ventilationin die.Säle von Lariboisiere bringt, so herrscht wenige Fussevon den Oeffhungen entfernt doch nirgends der mindeste Zug.Unsere Hautnerven nehmen Bewegungen der Luft, welchenicht mehr als. 1 Meter per Sekunde Geschwindigkeit haben,noch nicht wahr.

. Grassi zählt auch mehrere Einwürfe auf und widerlegtsie, die namentlich von Pariser Architecten gegen die me-chanische Ventilation geltend gemacht werden wollten, welcheaber in der That zu unbegründet sind, um sie vor dem deut-schen Publikum zu wiederholen, bevor sie nicht etwa auchbei uns ihre Vertreter gefunden haben.

Nach meiner Ueberzeugung sind die in Lariboisiere ge-machten Erfahrungen vollkommen entscheidend, ob in denFällen, wo man einer künstlichen Ventilation bedarf, odersie überhaupt haben will, mechanische Kraft zum Eintreibender Luft, oder das blosse Erwärmen einer Luftsäule, umZug hervorzubringen, anzuwenden sey. Das Eintreiben durch