von Dr. Max Pettenkofer. 53
oberen Luftkammer, die mit einem kurzen Kamine über demDache ins Freie mündet, höher ist, als im Freien, umdas wird ein Luftzug in den Kanälen aus den Sälen nachder Luftkammer und zum Dache hinaus entstehen. (MancheDetails der Ausführung anlangend muss ich auf die Abhand-lung von Dr. Grassi verweisen.) An den vier Wasseröfenjedes Saales mündet ein unter dem Fussboden aus dem Freienkommender Kanal, durch welchen die frische Luft in demMaasse einströmen soll, als die Luft der Säle durch die Zug-kanäle nach der stets erwärmten Luftkammer abströmt. Derganze Apparat ist ohne Widerrede sinnreich ausgedacht undauch sehr solid ausgeführt, und macht Herrn Duvoir alleEhre.
Dr. Grassi hat sich nun bei seinen Untersuchungenmehrere Fragen gestellt, und dieselben mit wissenschaft-licher Präcision beantwortet. Einige der wichtigsten will.ich hier naher erwähnen: 1) Ist die Menge Luft, welchedurch die Zugkamine entweicht, gleich jener Menge, welchedurch die für die Zufuhr frischer Luft bestimmten Kanäleunter den Wasseröfen in den Sälen einströmt?
Die Menge frischer Luft, welche durch die bezeichnetenOefftiungen einströmte, wurde genau mit dem Anemometergemessen, ebenso die Menge der in den Zugkanälen ab-strömenden. — Es ergab sich z. H., dass nur 31 Cubikmeterfrische Luft per Stunde und Kranken einströmten, während93 Cubikmeter in der gleichen Zeit und im gleichen Ver-hältnisse durch die Zugkanäle den Saal verliessen. Aus zu-fälligen Oeffhungen, als welche Dr. Grassi lediglich die un-vermeidlichen Fugen in Fenstern und Thüren zu betrachtenscheint, mussten somit stündlich und per Kranken 63 Cubik-meter (circa 252.0 bayer. Cubikfuss) noch überdiess zuge-flossen seyn. — Dr. Grassi hat diesen Versuch vielfach mitganz analogem Resultate in verschiedenen Sälen wiederholt.2) Bleibt sich diese Ventilation das Jahr hindurch gleich?