38 Ueber die Ventilations-Apparate
der Oefen als kostbare Arznei. Vom Erfolg dieser Cur hatsich die sehr verehrliche Commission bei einem Besuche,den sie Mitte April in pleno im Gebärhause abstattete, selbstüberzeugt. — Nach einer kurzen Besprechung führte uns derDirector der Anstalt in die Säle, und an den obern Oeff-nungen der Thonmäntel zeigte sich überall ein Einströmenvon Luft. Diese gleichmässige Plus - Bewegung setzte michin grosses Erstaunen, da ich dieselbe nie so durchgehendsgefunden hatte. Ich veranlasste die Commission, in denCorridor des Hochparterres zu gehen, und es fand sich, dassalle Thürchen zu den Seitenarterien in Angel geöffnet standen,dass somit die in die Säle einströmende Luft nicht vom Luft-thurme herab, sondern lediglich vorn Corridor des Hoch-parterres hinauf kam, und der Ventilationsapparat gänzlichausser Funktion gesetzt war. Als die Thürchen sämmtlichgeschlossen und durch die Fenster derselben beobachtet wurde,zeigte sich, dass die Luft in einer grossen Anzahl der Zweig-arterien stille stand, in einigen verkehrt, in andern richtigströmte. Der Director erklärte, nicht zu wissen, wer dieThürchen im Corridor mittlerweile geöffnet habe.
2. Ventilation des allgemeinen Krankenhauses in
München.
Da nun feststand, dass man bei dem HäbeiTschen Ven-tilationssysteme nicht stehen bleiben könne, so beschlossdie sehr verehrliche Commission auf Antrag ihres Vorsitzen-den, bei dem kgl. Staatsministerium des Innern zu bean-tragen, mich zur Einsichtnahme der Ventilationseinrich-tungen mehrerer Spitäler nach Paris zu schicken. Einemdesshalb erfolgten Allerhöchsten Auftrage unterzog ich michum so lieber und schleuniger, als in Paris eben mehrereVentilationsmethoden in Ausführung gekommen und genauen