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Über den Luftwechsel in Wohngebäuden
Entstehung
Seite
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von Dr. Max Pettenkofer. 37

wenigstens theilweise versuchen, namentlich wenn ich dieResultate der Beobachtungen im allgemeinen Krankenhausewerde mitgetheilt haben. Einstweilen genüge es, die Wahr-nehmungen gemacht zu haben. Sie werden jedem die Ueber-zeugung aufdrängen, dass die Bewegung der Luft in einemHause ein höchst complicirtes Phänomen seyn müsse, wel-ches erst durch fortgesetzte, genaue Studien uns zugänglichwerden wird.

In Folge meiner Beobachtungen über den Ventilations-apparat im neuen Gebärhause dürfte eine quantitative Unter-suchung seiner Leistung vollkommen überflüssig erscheinen,da es nichts nützen würde, wenn sich ergäbe, dass zu ge-wissen Zeiten eine hinreichende Menge frischer Luft zuge-führt wird, nachdem constatirt ist, dass diese Zufuhr hieund da (unter 100 beobachteten Fällen etwa 25 mal) gänzlichstockt, ja dass sie sich sogar nicht selten (unter 100 beob-achteten Fällen 17 mal) ins gerade Gegentheil umkehrt.

Zu erwähnen habe ich noch, dass während der Dauermeiner Beobachtungen im neuen Gebärhause mehrere Ver-suche gemacht wurden, den Gang der Ventilation besser zuregeln. Man glaubte namentlich, eine Vergrösserung desZwischenraumes zwischen den gusseisernen Oefen und ihrenThonmänteln, in welchem die frische Luft in die Säle strömt,würde Abhülfe schaffen: man trug sich mit einer verwor-renen Vorstellung - von Spannung der Luft zwischen Ofenund Mantel, in Folge deren sie hie und da unter unbe-kannten Nebenumständen lieber den verkehrten Weg gehe,und man beschloss die Abänderung der Oefen im ganzenHause. Um meine Ansicht befragt, konnte ich auf meineBeobachtungen gestützt nur die Erklärung abgeben, dassdieser kostspielige Versuch nicht das mindeste Resultat habenkönne. Der dirigirende Arzt behandelte übrigens diesestechnische Object wie einen Patienten, dem man jedenfallsetwas verschreiben müsse, und verordnete die Abänderung