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Über den Luftwechsel in Wohngebäuden
Entstehung
Seite
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von Dr. Max Pettenkofer. 25

Ventilation sichtlich gut fungirte. Sechs Zoll vom Boden zeigtedie Luft in 1000 Volumtheilen 0,38 und

0,39 Kohlensäure,und zwei Fuss unter der Decke 0,68 und

0,74 Kohlensäure.Es war also hier die untere Luftschichte reiner, als dieobere. Die Luft am Boden zeigte 20,5° C, die an der Decke21,3" C. Temperatur.

Auch aus rein theoretischen Gründen ergibt sich dieNotwendigkeit einer ziemlich gleichmässigen Mischung derLuft in bewohnten Räumen. Abgesehen von der Wirkungder Oefen und andern Ursachen ist jeder Mensch als warmerKörper ein Motor um die Mischung der Luftschichten zu be-günstigen, denn an jedem menschlichen Körper bildet sichein aufsteigender Luftstrom, der selbst mit dem Anemometermessbar ist, und fast an allen Wänden ein absteigenderStrom. Diese fortwährende rotirende Bewegung der Luftin bewohnten Zimmern habe ich auf meiner Reise, welcheich auf Antrag der verehrlichen Commission und im Auf-trage des kgl. Staatsministeriums des Innern zum Studiumder Ventilationseinrichtungen in Paris unternahm, währendeines kurzen Aufenthaltes in London sehr deutlich experi-mentell dargestellt gesehen. I. F. Campbell, Sekretär desGeneral Board of Health hat die Strömungen in einem miteinem welschen Kamine geheizten Saale dadurch sichtbargemacht, dass er an zahlreichen Punkten der Decke sehrdünne Stränge von Flockseide befestigte, ebenso an Stangenmit Queerarmen, die an verschiedenen Stellen des Bodensaufgestellt waren und bis nahe an die Zimmerdecke reichten.Die strahlende Wärme des Kamines wirkte weit heraus inden Saal und verursachte da einen lebhaften aufsteigen-den Strom, der an. den Wänden wieder herabfloss, umvon Neuem aufzusteigen. Die Intensität dieses Stromesunter verschiedenen Umständen gibt Campbell als einen