24 lieber die Ventilations- Apparate
Kohlensäure. Das Hauptresultat dieser Versuche ist, dassdie- Mischung der. Luft dieses Saales eine sehr gleichmassigewar, dass sie in einer Höhe, in der der Mensch athmet,kaum einige Hunderttausendtheile von der Luft des Fuss-bodens und der Decke dift'eriren konnte, und endlich dass,wenn man überhaupt auf die geringe Differenz im Kohlen-säuregehalt der Luft des Saales ein Gewicht legen und die-selbe dort abführen wollte, wo sie einen etwas höhern Ge-halt an Kohlensäure, eine etwas grössere Verunreinigungzeigt, man die Abführungsöffnungen nicht unten, sondernoben anbringen müsste. Bei der grossen Gleichmässigkeitder Luftmischung durch den ganzen Saal kann ich es zwarfür keinen Nachtheil erklären, dass das HäbeiTsche Systemdie Abzüge unten anbringt, aber ich kann auch nicht derHypothese das Wort reden, als könne man, an irgend einemPunkte eine vorwaltend verdorbene Luftschichte erhaschenund von reineren trennen, am allerwenigsten aber zunächstam Boden. Die Ansicht von Häberl ist auch nicht in Folgebeobachteter Thatsachen, sondern lediglich aus einem fal-schen theoretischen Raisonnement entstanden, indem erglaubte, dass sich die Gase nach ihrem spezifischen Gewichteschichteten, ähnlich wie Wasser lind Oel. Eine solche Mei-nung mag zu HäbeiTs Zeiten fär einen Laien in Physikund Chemie verzeihlich gewesen seyn — gegenwärtig musssie jedem, der nur das Allgemeinste von dem Diffusions-bestrebeu der Gase, von dem Kohlensäuregehalt und derTemperatur der exspirirten Luft kennt, von vornherein alsgrundlos erscheinen. Die gedankenlosen und unwissendenNachbeter HäbeiTs haben es aber bis zum heutigen Tageals einen wesentlichen Vortheil des Systems gepriesen, dassdie schlechte Luft von unten gepackt werde.
Der Versuch wurde in einem ventilirten Saal wiederholt,nämlich im Saal Nr. 6, welcher mit fünf Wöchnerinnen undvier Neugebornen belegt war, an einem Tage, wo die