von Dr. Max Petlenkofer. 13
um das in der Flasche eingeschlossene Luftvolum auf 0°und 760 Millimeter Barometerstand reduciren zu können.
Nun bringt man die Flasche in eine fast horizontaleLage und schwenkt sie so, dass das Kalkwasser den grösstenTheil der Wandungen des Glases benetzt. — Diese Bewe-gungen wiederholt man zeitweise, und inzwischen ermitteltman den Gehalt des Kalkwassers an Aetzkalk oder über-haupt dessen alkalisches Aequivalent. Bei einem grössernGehalt der Luft an Kohlensäure als 1 pro mille, kann mannach einer halben Stunde bereits zur Untersuchung des Kalk-wassers in der Flasche schreiten, bei einem Gehalt wie derder atmosphärischen Luft kann man 2 Stunden als Gränzeannehmen. Es ist nicht gut, viel länger mit der Unter-suchung zu warten, da bei der geringsten Mangelhaftigkeitdes Verschlusses eine beständige Vermehrung der Kohlen-säure in der Flasche durch Diffusion erfolgt. — Ist aberein vollständiger Verschluss vorhanden, so erhält man nach24 Stunden noch dieselben Resultate, wie nach 2 Stunden.Ich habe auch einige Flaschen benützt, welche mit genaueingeschliffenen Glasstöpseln verschlossen werden, die mitetwas Talg eingerieben sehr gut schliessen. Da aber vulkani-sirter Kautschuk gleichfalls sehr dicht schliesst und in derAnwendung viele Bequemlichkeiten darbietet, so ziehe ichdiesen Verschluss vor.
Ist die Absorption der Kohlensäure beendigt, was mandurch fleissiges Schwenken des Kalkwassers beschleunigenkann, so wird durch Titriren mit der nämlichen Säure, mitwelcher man den. Gehalt der 30 Cubikcentimeter frischenKalkwassers ermittelt hat, auch die Alkalinität von 30 Cubik-centimetern des zur Absorption der Kohlensäure verwendetenKalkwassers bestimmt. Zu diesem Behufe giesst man dasKalkwasser aus der Flasche in ein enges Becherglas. Umdasjenige, was an den Wänden etc. hängen bleibt, nichtsammeln zu müssen, wendet man zur Absorption 45 Cubik-