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Kochbuch für Haushaltungen aller Stände
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kommen mortifieirt ist, und einen üble» Geruch verbreitet. Di^in Essig gelegten Braten sind für Kenner des reinen Fleischge-schmacks gewiß nichts Erfreuliches, und nur die Landbewohnermögen sich dieses Hülfsmittels bedienen, nm bei heißen Tagendas Fleisch zn conserviren. DaS Federvieh mnß von den Stop-peln befreit, gut gereinigt und ausgewaschen werden; das Rük-kenblut macht man mit den Fingern heraus, bricht den Brust-knochen ein, nnd dressirt es recht rund, wie es beschrieben steht.Hühner, Kapaunen, Puten u. dergl. können nach Belieben gespickt,und mit dünnen Speckfcheibeu (Barden) oder mit von Butterbesirichenem Papier bewickelt werden. Sind sie fast gar, sokann man das Papier abnehmen, und ihnen dadurch eine etwashellgelbe Farbe geben. Alles Federvieh bleibt zäh, sobald eS nichteinige Tage geschlachtet aufbewahrt wird, und nur mir junge»Hühnern kann man auf dem Lande bei nnvermnthctem Besuchcine Ansnahuie machen. Diese werden, nachdem sie geschlachtetsind, sogleich mit siedendem Wasser rein abgebrühet, schnell aus-genommen, zusammen dressirt, nnd gleich in heißer Butter ge-braten, so daß sie gar nicht erst erkalten, und vielleicht nur eineViertelstunde vergeht, bis sie ans dem Tische stehen.

Ei» Haupterfordcrniß zu einem guten Braten ist schmack-hafte Butter, und leider wird dies oft genug, namenilich ingeringeren Haushaltungen vernachlässigt, und das Fleisch dadurchmit verdorben. Sparsamkeit in diesen» Punkte ist schlecht ange-bracht, uud wer gar statt der Butter anderes Fett nimmt, ver-zichtet, beim Wildbraten ganz besonders, auf eiu schmackhaftesGericht. Der Speck, welcher zum Spicken des Bratens verwendetwird, muß feiner Luftfpeck, oder doch nur wenig geräuchert, undnicht etwa galstrig sein.

Das Vratenfener.

Es ist dann am wirksamsten, wen» es in einer Nische deiHeerdes angemacht wird, damit sich die Feuerhitze auf den Bra.teil wirft, und nicht soviel davon gerade in die Höhe steigt.Wenn sich eine solche Vertiefung nicht vorfindet, so stellt mauein Blech auf, welches sich oben sechs Zoll überbiegt, uud Sei-,tenwande hax. Auf den Heerd legt mau ein Stück Eisen oderZiegelstein, auf welche» die Ende» des Holzes zu liege» kommcn,damit durch die hohle Lage eiu besseres Brenne» entsteht. Vordie Seile der Bratpfanne, welche gegen das Feuer steht, legtman eine eiserne Schiene, damit der Inhalt derselben nicht durch