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Zur Geschichte der Düsseldorfer Kunstakademie : Abriß ihres letzten Jahrzehnts und Denkschrift zur Einweihungsfeier des Neubaus
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Mit pietätvoller Dankbarkeit haben wir es begrüsst, dass sie, unsere erhabeneMutter, unter deren sorgfältiger Erziehung so viele von uns zu selbständigem Schaffenherrangereift sind, uns, ihre Söhne und Enkel in so reicher Zahl heute an ihrem Ehren-tage zu Gast geladen hat.

Wir wissen ihr dafür kein besseres Gastgeschenk zu bieten, als die Versicherung,dass wir Alle mit Stolz der schönen rosigen Jugendjahre gedenken, da wir als begeisterteNovizen in ihrem Schoosse gesessen und ihrer Zucht anvertraut waren, dass wir nunauch ihr ferneres Lehramt mit den aufrichtigsten Glückwünschen begleiten werden.

Ist sie doch die nächste Pflanzstätte des jungen Nachwuchses, der da einstbestimmt ist, unsre Eeihen zu ergänzen und zu vermehren, der zukunftverheissendeBezirk, aus dem die Genossenschaften, die zu vertreten ich die Ehre habe, in ersterLinie sich recrutiren müssen für ihre streitbare Schaar in der Armee des edlen Wett-kampfes um die Palmen segensreicher Friedenszeiten!

Und wie sie unsern Körperschaften neues frisch pulsirendes Lebensblut, neuetapfere Genossen zuführt, so finden diese bei uns ja auch wieder die Vorzüge, um dieunsre Düsseldorfer Zunft bei allen andern Künstlerschaften im Reich beneidet wird.

Hier eine festgegliederte Organisation in geschäftlichen Fragen, brüderlich soli-darisches Zusammenstehn wider Noth und Unbill auf Künstlers Erden wallen — wie sieja keinem Sterblichen erspart werden, — dort anregende Geselligkeit und Erholungzur Feierabendstunde, die ja auch ihre belebenden Reflexe wirft auf des nächstenMorgens ernstes Schaffen in der Stille der Werkstatt.

Und so möge denn solche glückliche Wechselwirkung in unserm Künstlerlebenstets erfolgreicher für das Erringen der idealen Ziele unserer Mühe werden und sichunser genossenschaftlicher Verkehr in dem Bewusstsein der Zusammengehörigkeit immerfreundschaftlicher, immer fester gestalten!

Dazu bieten wir Ihnen heute aufrichtig und herzlich Gruss und Handschlag undauf diesen ungetrübten harmonischen Einklang zwischen Ihrer würdigen Akademie unddem treubewährten Unterstützungsverein, wie unserm lustigen alten Malkasten lassenSie uns ein ehrlich gemeintes und kräftiges Hoch ausbringen!"Nach dieser Rede erhob sich aus dem Kreise der noch activen Schüler derAkademie Hans Dahl, der wackere junge Norweger, und lieh beredt und warm den Gre-fühlen Ausdruck, welche die Schüler an diesem feierlichen Tage auf dem Herzen hatten.Er sprach von ihrer Anhänglichkeit an die Akademie, von ihrer Dankbarkeit gegen dieLehrer und von ihrem redlichen Streben, das beste zu leisten. Die Zeit war schon zuweit vorgerückt, als dass weitere Reden sich noch hätten Gehör verschaffen können. Auchder Professoren Antwort an die Schüler verhallte im immer lauter werdenden Festjubel.Nach acht Uhr Abends trennten die Festgenossen sich. Die eine Hälfte, in welchersich die Minister befanden, begab sich in den „Malkasten", der, ohne dieses Mal eine besondereAufführung veranstaltet zu haben, seine Pforten gastfrei, wie immer, öffnete; die andereHälfte, in welcher sich die Mehrzahl der Akademieprofessoren befand, zog auf diefeierliche „Kneipe", welche die Schüler nach guter altakademischer Sitte in einem beson-deren, festlich geschmückten Räume (Klosterstrasse Nr. 36.) veranstaltet hatten. Sogar derHerr Cultusmimster von Puttkamer beehrte die „Schülerkneipe" noch Abends um zehnUhr mit seinem Besuche. Das war der Schluss des Festes. Es versteht sich, das auchauf der Schülerkneipe noch viele Reden gehalten worden sind: von Andreas Müller undPeter Janssen, von Hans Dahl, H. Vogel und 0. Kirberg und vielen anderen. Kein