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nämlich die sehr beachtenswerthe Eigentümlichkeit, dass sie, sobaldsie in die Nähe des Flusses kommen, sich in zwei oder mehreArme theilen; diese Arme überschreiten einzeln in geringen Entfernun-gen von einander den Strom, und gehen dann auf dem rechten Ufer, inder Regel ebenfalls nach kurzem Laufe, wie oben bemerkt, wieder ineine einzige Strasse zusammen. Diese Eigentümlichkeit hat offenbarihren Grund, wie schon früher berührt, darin, dass an den be-treffenden Stellen keine Brücken vorhanden waren und daher dasUebersetzen in Schalden geschehen musste; durch die Theilungkonnte die Ueberfahrt an mehren Puncten zu gleicher Zeit ge-schehen, wodurch eine wesentliche Beschleunigung des Marschesbewirkt wurde. Nur bei Cöln laufen von der linken Rheinseiteher sämmtliehe Strassen in der Stadt zusammen, und ebenso ge-hen auf der andern Rheinseite die Strassen von ein und demselbenPuncte zu Deutz wieder aus; hier war auch bekanntlich imAlterthume eine stehende Brücke vorhanden.
Die bereits früher gegebene Eintheilung der römischen Mili-tärstrassen in Haupt- Seiten- und Verbindungsstrassen hat sichgleichfalls durch die neu aufgefundenen Strassenlinien bestätigt.Es sind gegenwärtig im Ganzen 320 Meilen Strassenzügebestimmt worden, und unter diesen befinden sich sechs, vondenen (allerdings nur mit Wahrscheinlichkeit, da sie noch nichtbis zu ihrem Ende verfolgt sind) angenommen werden darf, dasssie Hauptstr assen gewesen sind; zwei derselben führen vonder Nordsee, vier vom Rheine her.
Die erste Hauptstrasse kömmt von der Nordsee bei Emdenund läuft der Ems entlang; sie ist bis jetzt auf der linken Seitedes Flusses von Rheine bis nach Rheda hinauf verfolgt worden.
Die zweite Hauptstrasse kömmt von der Nordsee bei Leydenund läuft dem Rhein entlang; sie ist von der holländischen Grenzebei Elten, mit einigen Unterbrechungen, bis oberhalb Neuwieduntersucht worden.
Die dritte Hauptstrasse beginnt am alten Rheine bei Hau-berg, und läuft über Elteri, s'Heernberg. Anholt, der Yssel entlang,an Dingden und Ringenberg vorbei, über Schermbeck, dann zwi-schen Gahlen und Dorsten über die Lippe, und von hier, wo sienur streckenweise untersucht ist, wahrscheinlich über Kirchhellen, Buerund Castrop nach Unna, Werl. Soest und Paderborn bis zur Weser.