3 -
gänzlich beraubt. Ich habe diese ältesten Kunststrässen inmeinen früheren Berichten bereits als die Strassen des römi-schen Alt er th ums erörtert, und werde in dein vorliegendenBerichte diesen Erörterungen eine weitere Ausdehnung zu gebenversuchen.
Die Fälle, wo die Kunststrassen des Alterthums, d. h. woder Strassendamm mit seinen beiden Seitenwällen, noch wohl-erhalten ist, sind im Ganzen selten: nur dadurch, dass ich denSpuren Schritt vor Schritt gefolgt bin, ist es mir gelungen, solcheStellen anzutreffen, an denen durch irgend einen glücklichen Zufalleine fast vollständige Erhaltung zu erkennen war. Die 18Durchschnittsprofile, welche ich von solchen functen aufgenom-men , lassen aus der Gestalt und Grösse der drei Dämmeauf die ursprüngliche Beschaffenheit der römischen Heerstrassenmit Sicherheit schliessen. Dass die Construction derselben, wie ichsie in früheren Berichten näher erörtert, den Alterthumsforschernvor meinen Untersuchungen völlig entgangen, kann seinen Grundnur in dem Mangel an hinreichend eingehenden Nachforschungenhaben, und eben dieser Mangel dürfte auch zur Folge haben,dass es noch eine Zeit lang anstehen wird, bevor diese Construc-tion zur allgemeinen Anerkennung wird gelangen können. Zwarhat man schon früher in verschiedenen Gegenden den einen oderandern Seiten wall neben dem Hauptdamm angetroffen, ohne jedochüber die besagte Construction zur Klarheit gekommen zu sein,und es muss daher wiederholt eine viel eingehendere Untersuchungder Römerstrassen, als sie bis jetzt stattgefunden, empfohlenwerden, um die nicht mehr zu läugnende Thatsache des Vor-kommens der beiden Seitenwälle an den römischen Heerstrassenendlich zur allgemeinen Ueberzeugung zu bringen.
Auch über die innere Structur und das Material der Römer-strassen sind unsre Kenntnisse aus dem oben angegebenen Grundenoch immer sehr mangelhaft. General v. Müffling und Oberst-lieutenant Schmidt haben es richtig erkannt, dass die römischenHeerstrassen der rechten Rheinseite in Rheinland und Westfalenaus mit Holzwerk befestigten Erddämmen bestanden haben.Von dem über dem Erdboden befindlichen Holzwerk konnte sichnichts bis auf nnsre Tage erhalten; dagegen ist dasselbe in Sumpf-und Moorboden wiederholt angetroffen worden. Schmidt erwähnt