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Bekehrungsgeschichte des holländischen calvinischen Predigers Mathias Zelhorst in der Grafschaft Zütphen : aus dem Holländischen übersetzt
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170also nicht wahr ist, daß auch der Allerheiligste die Gebote Gottesnicht halten könne wegen der Erbsünde, welche Crusius in dieconcupiscentia, Begierlichkeit, setzt, die, wie er sagt, alle gutenWerke faul, unrein und anrüchig macht. Er drang deßhalb aufmich ein mit den Worten des heil. Paulus, Röm. 6, 12:Laßtdie Sünde nicht regieren in eurem sterblichen Leibe; wo dieBegierlichkeit nämlich vom Apostel Sünde genannt wird. Erwill darum auch, daß ich nach seinem Kopfe glauben solle, dieErbsünde sei die Begierlichkeit. Als ich ihm sagte: Das WortSünde könne unmöglich an allen Orten der heil. Schrift alseigentliche Sünde verstanden werden, wie ich ihm zeigte, so halteich mich übrigens an den heil. Augustin, welcher spricht:DieBegierlichkeit ist keine Sünde in denen, die wiedergeboren sind,so man ihr zu unerlaubten Werken nicht beistimmt. Sie wirdjedoch Sünde genannt, weil sie von der Sünde stammt, wie manZunge die Rede nennt, welche die Zunge spricht, und Hand dieSchrift nennet, welche die Hand schreibt. So ist sie denn eineSchwäche und Verdorbenheit der menschlichen Natur, welche denMenschen nach der Taufe bleibt, um dawider zu streiten, als eineMaterie zur Uebung aller Tugenden. Lassen wir sie also nicht inunserem sterblichen Leibe herrschen, sondern bekämpfen wir sie, sowird unsere Krone desto herrlicher sein, je männlicher und edlerdurch Gottes Gnade unser Streit gewesen.Könnet ihr, wie ihr saget, aus Augustinus oder einem anderen der heil. Väter, denen in diesem Punkte mehr als euch zuglauben ist, das Gegentheil beweisen, so will ich folgen und mirsagen lassen. Crusius antwortete darauf:Am folgenden Sonntag will ich es thun, ich will dann kommen predigen in euremOrte. Und geschieht es auch nicht mit solchen Worten, wie ihr esmeinet, so werden es dennoch Worte solcher Klarheit und Kraftsein, daß ihr im geringsten nicht daran werdet zweifeln können.Hiermit hat vielleicht Crusius seine Treuherzigkeit und brüderlicheLiebe zeigen wollen! Ja wohl, aufrichtige Brüder! Hätte Crusiusan dem bestimmten Sonntage mich attrapirt, die Klarheit undKraft seiner Gründe hätte uns dergestalt ergriffen und die Wahr-heit empfinden lassen, daß ich und die Meinigen unser ganzesLeben lang dessen würden gedacht haben.Das Werk lobt den Meister, und der Ausgang der Sachelehrt, was man im Schilde führte.Crusius kommt am genannten Sonntage des Morgens umacht Uhr von Zütphen, um bei mir zu predigen. Der RentmeisterJan van Haeghen kommt ein wenig eher als Crusius von Den-tichem. Letzterer erscheint mit unserem Richter in meiner WohnungI Ipsa concupiscentia jam non est peccatum in regeneratis, quandoilli ad illicita opera non consentitur. Vocatur autem peccatum, quia peccatofacta est, sicut vocatur lingua locutio, quam facit lingua, et manus vocaturscriptura, quam manus facit. Lib. 4 de nupt. et concup.