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Bekehrungsgeschichte des holländischen calvinischen Predigers Mathias Zelhorst in der Grafschaft Zütphen : aus dem Holländischen übersetzt
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148Schuldigkeit war, in aller Liebe und Freundlichkeit begann, ihraus der heil. Schrift und den heil. Vätern die Mißgriffe undUnrichtigkeiten zu zeigen, welche die Prädicanten in der Auslegungder heil. Schrift begehen, indem sie derselben nämlich einen ganzandern Sinn, als den wirklichen, unterlegen. Lieber Gott, wieentsetzte sich das Innere dieser Frau! Welche Furcht und Angstüberfiel sie! Von Jugend auf war sie eine fleißige Leserin derBibel gewesen, und glaubte dadurch das Gesetz und die Prophetenverschlungen zu haben (wie auch viele Frauen der reformirtenBrüder die Bibel auf diese Weise verschlingen und sich dasselbeeinbilden). Sie wußte deßhalb auch Vieles zu reden. Da sienun aber zuletzt wohl merkte und begriff, wo es hinaus sollte,auch erkannte und fühlte, daß ich schon ganz katholisch das obenErzählte mit ihr gesprochen habe: so wurde sie dermaßen entsetztund ungeduldig, daß sie den Tag verwünschte, wo ihr Vater seineTochter einem Prädicanten zur Ehe gegeben habe. Ich mußtedieses, wie auch recht war, Alles in Geduld ertragen, denn siewar unschuldig; sie war nicht anders unterrichtet; niemals hattesie etwas Anderes gesehen oder gehört. Ich tröstete sie, und be-mühete mich, so viel ich konnte, sie zu beruhigen, aber sie gab mirwenig, ja gar kein Gehör. Es war also nichts Anderes zu thunals die Sache Gott ganz zu überlassen, und ihn zu bitten, daßer uns doch gnädig sein, und ihr Herz mit dem Strahle seinesGeistes erleuchten wolle.Was geschieht nun? Sie war einstmals des Nachts inner-lich bekümmert und betrübt (das war auch kein Wunder, weil siein ihrem verkehrten Eifer unschuldig war) und äußerte einigeungeduldige Worte, worauf ich ihr antwortete: Meine liebe Haus-frau, seid doch ruhig; der wahre Glaube ist eine besondere GabeGottes, welche er indessen Niemand verweigert, als dem, der sieverachtet. Christus der Herr hat gesagt:Es werden zwei ineinem Bette sein; der eine wird angenommen, der andere verlassenwerden. Da sie dieses hörte, was that sie? Nicht wie Ihr, undAndere würden gethan haben, sprechend:Wollet ihr denn mitden Papisten zum Teufel fahren, so laufet hin! Nein! dem Herrnsei Lob und Dank in Ewigkeit, das war fern von ihr. Wasthat sie dann? Sie wurde sehr betrübt, und weinte einige Tagesehr bitter, bei sich selbst sprechend:O mein Herr und Gott,soll ich dann die sein, die verlassen werden soll? O mein süßesterJesus! bin ich im Irrthum, so erleuchte mich! laß nicht zu, daßdein Geschöpf zu Grunde gehe; laß nicht zu, daß mein Herz ver-stockt und verhärtet bleibe; lieber nie geboren, als von dir ver-lassen sein. Sie folgte dem Rathe des königlichen Propheten(Ps. 33. 6):Wendet euch an ihn und ihr werdet Luft erhalten,und nicht wird euer Angesicht zu Schanden werden. Was be-wog sie dazu? Ich ging ihr, meiner Pflicht gemäß, mit einemtugendhaften, gattseligen Leben voran, stand sowohl im Winter