— 149als im Sommer um drei Uhr auf, um zu Gott (ich will michaber dessen nicht rühmen) zu beten, bekümmerte mich auch umnichts mehr, las nur in heiligen Büchern und verlegte mich aufsFasten.Sie wurde hiedurch gerührt, so daß sie zu mir kam, undmich um die alten Wege und besonders um den fragte, welcherdie apostolischen Männer gewandelt sind. Sie fragte: „Wer diegeweſen ſeien, welche die Niederlande zum chriſtlichen Glaubenbekehrt haben? Was für einen Gottesdienst diese heiligen Männerund gläubigen Christen damals in der Kirche Gottes verrichtetund gefeiert hätten? ob es nicht Männer gewesen seien, die geradeso gelehrt und gelebt hätten, wie jetzt die Prädicanten mit ihrenFrauen es thun?“ Ich gab ihr auf alle diese Fragen eine Ant-wort, die ich mit so bestimmten, überzeugenden, klaren und wahr-haften, unwidersprechlichen Gründen belegte, daß sie über dieMaßen verwundert dastand. Sie hörte von jener Zeit an nichtauf, mir öfters Fragen zu stellen; durch die Antworten, die ichaus dem Worte Gottes, vorzüglich über die Sicherheit und Gewisheit der Verheißungen, die Christus seiner Kirche gegeben, undüber andere wichtige Glaubenspunkte, ihr gab, begann ihr Herzsich umzuwandeln und zur katholischen Wahrheit sich hinzuneigenAus den angeführten Aussprüchen der heil. Schrift erkannte sienun auch, wie die Prädicanten gegen diese Beweise nichts ver-möchten, und wie sie sich wegen ihrer Ketzereien, die in der heiligenSchrift ganz klar als solche, und zwar zu Gunsten der katholischenWahrheit, bezeichnet und ausgesprochen seien, ganz und gar inWidersprüche verwickelten und sich in Verwirrungen setzten. Hieraufschenkte ich ihr ein Büchlein: „Die Nachfolge Christi“ genannt,vom ehrw. Thomas von Kempen, und mit der Zeit gewann sieeine solche Lust und Neigung zu diesem Büchlein, daß sie durchihre Andacht und durch ihren Eifer im katholiſchen Glauben, umdie Wahrheit zu sagen, mich beschämte. So und nicht andersist meine Hausfrau zum katholischen Glauben bekehrt wordenund auf dieselbe Weise, Gott sei Lob und Dank, meine ganzeFamilie.Nun sagt mir, ihr Männer, was hat euch denn dieses un-schuldige, sanftmüthige und gehorsame Lamm, welches der guteHirt vom Himmel in den Schooß seiner wahren rechtmäßigen Mutterzurückgeführt hat, zu Leide gethan, daß ihr auch gegen diesesso erbittert und erzürnt seid? Wer trägt davon die Schuld?Das Werkzeug, wodurch es geschehen ist, oder der, welcher dasWerk ſelbſt vollbracht hat? Das Werkzeug achtet Calvin nichtmehr als Metall oder einen Stein, der durchaus keine Bewegungskraft in sich selbst hat; so kommt die Schuld also auf den Urheberallein zurück, und es geziemt sich also nicht, daß ihr meine Haus-frau oder mich damit belastet, sondern den, welcher das Werk aus-Instrumentführt, der auch zu meiner Bekehrung Mittel und
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Bekehrungsgeschichte des holländischen calvinischen Predigers Mathias Zelhorst in der Grafschaft Zütphen : aus dem Holländischen übersetzt
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149
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