147Antwort auf diesen Brief.Satutem ab eo, qui nostra salus est.Männer, Brüder! Vier Jahre und noch etwas darüber sindjetzt vergangen, seit ich, nachdem wir in Zütphen eine Conferenzgehalten, in eurer Gegenwart freimüthig erklärt habe, daß ichnun ganz katholisch gesinnt, und auch katholisch geworden sei.Was dieses für einen Eindruck auf euch gemacht, welcheVeränderung es in euren Herzen hervorgerufen, das wäre wunderbarzu erzählen. Denn, hättet ihr keine Schande gefürchtet, da ihrsehr wohl wußtet, daß eure Reputation dadurch zu viel leidenwürde, weil ich auf euren Glauben und Treue unter euch erschienenwar: — so würde man gewißlich ein wunder= und seltsamesSpiel gesehen haben. Denn Dr. Crusius sagte mir ins Angesicht:„Wenn man Euch gerecht wäre, so sollte man Euch behandeln,wie die Pfaffen an den Ihrigen thun und Euch fühlen lassen,was Ihr verdient habt; wir wollen dieses indessen nicht thun.Warum das nicht? Weil unser Crusius und seine Confratresetwas anderes ausgedacht und im Sinne hatten, um ihre Ehrezu vertheidigen und aufrecht zu halten, und ihre Leidenschaft anmir zu kühlen, in der Meinung, dieses könne ihnen nicht fehl-schlagen, wie sich aus der folgenden Antwort auf den an euchgerichteten Brief ergeben wird.Als indessen euer Anschlag wider Vermuthen euch mißlungenwar, was thut ihr da? Es müssen verschiedene Briefe an michabgehen, um mich wissen zu lassen, wohin euer Sinn und Vornehmen zielt, wofern ich mich nicht bedenke nach eurem Willen,daß ich mit eurer Gemeinde mich wieder aussöhne und zu euchzurückkehre. Ihr wollet dann nämlich das äußerste Mittel undschärfste Schwert eurer Excommunication oder den Bann zumExempel für Andere wider mich anwenden, mit dem Zusatze:Was wir Euch schreiben, soll auch Eurer Hausfrau gelten, wennsie hartnäckig bleibt.Aber, liebe Männer, Brüder! Wollet ihr auf mich so eiligund so herbe losrücken, daß ich euch nicht entgehen kann, wofernich nicht um Gnade flehe, so bitte ich: Schont, schont doch wenigstensmeiner Hausfrau, denn sie ist fürwahr ein unschuldiges und ge-horsames Lamm, welches sich nirgends hinzuwenden weiß, alszum Hirten ihrer Seele, der sein Leben für dasselbe hinzugebenhat; sie ist ein zartes und schwaches Gefäß der Barmherzigkeitwelches nichts anderes sucht, als seinen Jesus zu beweinen undihn zu umarmen. Aber Gott weiß es, und ich mit ihr, und sonstkein Mensch, was es gekostet hat, bis sie das aufrichtig gewordenist. Darum schont ihrer doch!Denn wisset: Nachdem ich in mir das Fundament der katho-lischen Wahrheit gelegt hatte, und nun, wie es meine Pflicht und107
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Bekehrungsgeschichte des holländischen calvinischen Predigers Mathias Zelhorst in der Grafschaft Zütphen : aus dem Holländischen übersetzt
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147
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