Druckschrift 
Bekehrungsgeschichte des holländischen calvinischen Predigers Mathias Zelhorst in der Grafschaft Zütphen : aus dem Holländischen übersetzt
Seite
134
Einzelbild herunterladen
 

134fährt:Hat der Mensch sein Werk vollbracht, dann beginnt ererst. Epist. 2 ad Volus. Er fügt dann hinzu:Wie-wohl die Schreibart, in der die heil. Schrift verfaßt, allenzugänglich ist, so gibt es doch nur sehr wenige, die ihren Sinnergründen können.Was soll es dann nun mit uns, die die Prädicanten zu sogroßen Meistern machen wollen, geben?Aber was hören wir jetzt? Wir hören etwas, worüber wiruns schämen, und unser Haupt vor Scham in den Schooß legenmüssen, auf daß uns Niemand sehe, es sei denn, daß wir unsbereit und willig zeigen, dem Rathe, der uns von einem so heili-gen Vater und Lehrer gegeben wird, zu folgen. Denn dannhaben wir uns freilich mit Nichten zu schämen: hat er dochselbst, nachdem er in die Ketzereien sich verwickelt, diesen Heil-trank genommen. Und hätten auch unsere Prädicanten an denkatholisch=reformirten Prädicanten nicht geschrieben:Irren undfallen ist menschlich, aber im Irrthum und Falle verharren, istteuflisch;" so ist es dennoch keine Schande für uns, daß wir demguten Rathe folgen, und uns besser unterweisen und zurechtführenlassen.Was wollen wir also thun? Wir haben den Heiltrank vomkatholisch=reformirten Prädicanten vernommen, der uns gut gefällt,und wollen ihn auch gern gebrauchen. Da wir aber schlichte, ein-fältige und ungeübte Menschen sind, so möchten wir gern wissenzu welcher Zeit, und auf welche Weise wir diesen Heiltrankgebrauchen müssen.Was sollen wir denn thun, um dieses zu erfahren?Laßt uns zu ihm uns begeben, und ihn selbst darum bitten.Denn bietet er uns den Trank an, um wieviel bereitwilliger wirdes sein, uns zu sagen, wann und wie wir ihn nehmen müssen?Seht dort! Der Mann, von dem wir reden, kommt unsentgegen!Seid uns gegrüßt, sehr lieber Freund! Wir haben auf diesem ganzen Wege von Euch geredet, doch nicht zu Eurem Nach-theil, sondern mit Verwunderung haben wir über die kräftigenund unwiderstehlichen Gründe gesprochen, die Ihr darlegt undvor Jedermanns Augen stellt, durch welche Ihr bewogen undgenöthigt worden seid, den katholischen Glauben anzunehmen, undEuch in den Schooß der römisch=katholischen Kirche zu begeben.Verwundert haben wir uns weniger über den heilsamen Arznei-trank, den ihr den Prädicanten dargereicht, und anbietet aus demMunde des heil. Augustin, und der uns sehr wohl gefällt. Undmögen die Prädicanten ihn verschmähen, wir halten ihn sehrModus ipse dicendi, quo sacra scriptura contexitur, quamvis omnibus accessibilis, paucissimis tamen penetrabilis.2 Errare et labi humanum est, in errore autem et lapsu perseverare.diabolicum !