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Bekehrungsgeschichte des holländischen calvinischen Predigers Mathias Zelhorst in der Grafschaft Zütphen : aus dem Holländischen übersetzt
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121setzen),der uns zum Glauben zwingt, ehe wir die Beweise undGründe davon vernommen und verstanden haben? (Gebrauchendie reformirten Brüder nicht dieselben Ausdrücke und Geschwätzewider die Lehre und den Glauben der Katholiken?) Daß sieferner sagten:Sie drängten und zwängen Niemand zum Glau-ben, bevor die Wahrheit klar untersucht, enthüllt und darge-stellt sei.Wie sollte nun durch diese Versprechungen nicht besondersder Geist eines Jünglings angelockt werden, der begierig ist, dieWahrheit zu wissen, der noch dazu hoffärtig und ein Schwätzerin den Schulen durch die Disputationen der gelehrten Männergeworden war? Denn so geartet trafen sie mich damals, ver-achtend und verwerfend (nämlich die katholische Religion und dieCeremonien, von denen er oben gesprochen)als alter WeiberMährchen (was auch die Reformirten frech nach zu äffen wissen,die nichts anders im Munde führen und von nichts hören wollenals vom puren und lauteren Worte Gottes, wie sie uns das auf-binden wollen),und von der Begierde erfüllt, die versprocheneklare und lautere Wahrheit von ihnen (den Manichäern) zuempfangen.Was war nun aber der Beweggrund, der mich zurückrief,daß ich nicht gänzlich an ihnen hängen blieb, sondern mich indem Grade ihrer Zuhörer, wie sie dieß nennen, hielt, ja, daß ichdie Hoffnung und das Treiben der Welt (worunter ein so großerBetrug spielt) verließ? Dieß war der Beweggrund, daß ichnämlich merkte und einsah, wie sie fertiger, prompter, und mehrdarauf bedacht waren, Anderen zu widersprechen, und sie zu wider-legen, als sicher, fest und beständig im Beweise und in der Be-wahrheitung ihrer eigenen Sache. So also der heil. Augustin.Ist das nun nicht genug gesagt, und zwar mit überflüssigenklaren Worten, welche auch den scharfsinnigsten, klügsten und verständigsten Köpfen genug zu denken geben?Hört nun noch etwas, was nicht von geringer Bedeutungist. Der Manichäer sagt:Dieß sind heilsame und seligmachendeWorte aus dem ewigen, lebendigen Quell. Das ist nun, wieihr ja sehet, sein Versprechen, was er macht, aber noch nicht derBeweis für die Wahrheit. Und so könnet ihr auch klar sehen,daß man mit diesem Deckmantel alle Irrthümer verhüllt undschmückt, damit dieselben auf diese Weise sich in die Herzen, dieunerfahren sind, und nicht besser wissen, wie durch ein prächtigausgeziertes Thor hineinschleichen. Denn so er sagte:Das sindWorte des Verderbens, die aus einem vergifteten Quell entsprun-gen sind 2c., sollte wohl Jemand ihn hören, geschweige ihm glau-ben wollen?Ebenso nun, wenn unsere Prädicanten sprechen würden, ichwill nicht sagen:Unsere Lehren und Predigten haben wir auseiner vergifteten Quelle geschöpft, die äußerst verderblich ist, son-