Druckschrift 
Bekehrungsgeschichte des holländischen calvinischen Predigers Mathias Zelhorst in der Grafschaft Zütphen : aus dem Holländischen übersetzt
Seite
122
Einzelbild herunterladen
 

122dern nur also:Unsere Confession und unseren Katechismus habenwir gemacht und zusammengestellt nach unserem eigenen Sinne,nach unserem Gutdünken und Behagen, nach der Wissenschaft jenerdie sich selbst abgeschieden haben, fleischlicher Menschen, die denGeist Christi nicht haben, um dadurch die Kinder dieser Welt unddie fleischlichen Menschen an uns zu ziehen; wie es in derWahrheit ja auch ist.Wer sollte sie dann wohl hören, ihnen glauben, ihnen folgen,oder er müßte dann seiner fünf Sinne beraubt sein!Wie beschließt nun der heil. Vater seine Rede? Also:Darum laßt uns nun auf die Folgen schauen, auf daß wirnicht betrogen werden durch Worte, welche der Gute, wie derBöse, der Gelehrte, wie der Ungelehrte vorbringen kann. Undwiederum:Laßt uns allein das bedenken, daß diese Worte so-wohl von den Getreuen und wahren Lehrern, als von Betrügernkönnen geredet werden.Ist das nicht also? Niemand kann daran zweifeln.Was ruft doch das Rebhuhn, das ist der Ketzer, andersals: Bei mir ist, von mir wird die Quelle des Lebens gegebenUnd die zu ihm sich sammeln, scheiden von Christo, um die Ver-heißung Christi betrogen, in dessen Namen sie unterwiesen und" 1gehalten wurden.Hilarius sagt:Denkt, daß keiner unter den Ketzern sich findet,der nicht mit Lügen umgeht, wenn er nach der Schrift Dinge pre4 2digt, durch welche er Gott (und seine Kirche)lästert.Lehrt uns dieses nicht genugsam die tägliche Erfahrung? FragtLuther, fragt Calvin, fragt Menno, fragt Arminius, Vorstius,Socinus oder jeden anderen Sectirer; fragt, sage ich, jeden besonders, womit er seinen Glauben, seine Religion vertheidigenund bewahrheiten will. Er wird euch antworten und sagen: Mitdem klaren und lauteren Worte Gottes aus dem ewigen undlebendigen Quell. Leset ihre Bücher, hört ihre Reden; ihr werdetdann ein unendliches Zusammenraffen von Sprüchen und Beispie-len der Schrift gewahren; sie schreiben und reden nichts, was sienicht mit einigen Sprüchen, sowohl des alten als des neuenTestamentes färben und ihm einen Anstrich von Wahrheit zugeben suchen. Desto mehr aber, sagt der alte Lehrer Vincenzvon Lerins, sind sie zu fliehen, je verborgener und verdeckter siesich hinter das Wort Gottes verkriechen. Ihren vergifteten undstinkenden Athem vermischen und besprengen sie, wie mit Spezereienmit den göttlichen Worten der heil. Schrift, damit man sie eheranhöre und ihnen glaube.Mit diesen Worten warnt und belehrt uns der alte Lehrer1 Quid aliud clamat perdix, hoc est hæreticus, nisi, apud se esse eta se dari fontem vitae? Ad quem congregati recedunt a Christo, Christipromissione decepti, cujus nomine tenebantur imbuti. Lib. 13 contr. Faustc. 16. 2 Memento, neminem hæreticorum esse, qui se nunc non secun-dum scripturas prædicare ea, quibus blasphemat, mentiatur. Lib. 2 ad Const.